Formel 1

Formel 1 China 2019, Vettel: Will zu Teamorder nichts sagen

Sebastian Vettel holte sich in Shanghai sein erstes Podium der Formel-1-Saison 2019. Eine Teamorder half ihm. Hat Vettel den Platztausch eingefordert?
von Christian Menath

Trotz seines erstens Podiums in der Formel-1-Saison 2019 war der China GP eine Enttäuschung für Sebastian Vettel: Während sich der Ferrari-Pilot mit Teamkollege Charles Leclerc und Red-Bull-Pilot Max Verstappen um Rang drei abmühte, fuhr Mercedes im dritten Rennen den dritten Doppelsieg ein.

Dabei verlor Vettel Platz drei zunächst noch in Kurve eins. Am Start kam er zunächst gut weg, doch in Kurve eins musste sich Vettel hinter den Mercedes anstellen, so dass Leclerc innen vorbeigehen konnte. "Ich konnte nirgends hin, so kam Charles vorbei", erklärte Vettel.

Allerdings schien Vettel in der Anfangsphase die bessere Pace gehabt zu haben, konnte dicht an seinem Teamkollegen dran bleiben. Als DRS freigegeben wurde, kam der viermalige Weltmeister bis auf wenige Meter an Leclerc ran - aber nicht vorbei.

Ferrari forderte Leclerc auf, die Pace anzuziehen und den Abstand auf Vettel zu vergrößern, andernfalls würde ein Platztausch anstehen. Der Monegasse protestierte kurz darauf am Funk: "Ich hab es jetzt geschafft, ich ziehe davon." Obwohl sich Leclerc tatsächlich ganz leicht befreien konnte, musste er Vettel in Runde elf passieren lassen.

Hatte Vettel selbst den Platztausch gefordert? Vettel selbst will darauf nicht eingehen: "Ich weiß nicht, ob ich darauf antworten soll. Ich bin gegen die Art und Weise, wie Ihr [die Journalisten] alle arbeitet. Ihr nehmt Teile der Antwort und setzt sie in den falschen Kontext."

Doch seine weiteren Aussagen lassen wenig Raum für Fehlinterpretationen: "Ich habe mich im Auto schneller gefühlt und gefragt, ob ich schneller kann. Mir wurde ' ja' gesagt." In anderen Worten: Vettel informierte Ferrari darüber, dass er in frischer Luft schneller hätte fahren könnte.

Vettel nach Platztausch nicht schnell genug

Allerdings konnte Vettel nach dem Platztausch nicht sofort davonziehen, machte sich das Leben mit Verbremsern selber schwer. "Ich hatte dann Probleme, die Runden zusammenzubekommen. Als ich den Rhythmus gefunden hatte, konnte ich etwas wegfahren", erklärte der WM-Vierte, der durch seinen Podestplatz Leclerc in der Gesamtwertung überholte.

Das Rennen war da aber schon gelaufen. Als Vettel Rang drei übernahm, hatte er bereits acht Sekunden Rückstand auf den führenden Hamilton. "Das Ziel war es, Mercedes einzuholen, aber zu diesem Zeitpunkt war der Rückstand schon zu groß", musste Vettel gestehen.

Bei Ferrari werden sich später noch Teamchef Mattia Binotto und Teamkollege Charles Leclerc den Medien stellen. Auch ihre Aussagen gibt es anschließend auf Motorsport-Magazin.com zu lesen. Die Rennanalyse wird sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigen.


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