Formel 1

Formel-1-Testfahrten: Red-Bull-Pilot Gasly riecht Versteckspiel

Red Bull zeigte am Dienstag in Barcelona mit schnellen Runden auf. Pierre Gasly trotz persönlicher Bestzeit verhalten: Teams verstecken wahre Performance.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Red Bull Honda drehte am fünften Tag der Formel-1-Testfahrten 2019 in Barcelona erstmals auf. Pierre Gasly fuhr in Barcelona die bisher schnellste Zeit des Teams bei den Wintertestfahrten. Für Red Bull und den neuen Motorenpartner war es ein weiterer reibungsloser Tag, während die Konkurrenz von Ferrari und Mercedes ins Stocken geriet.

"Ich denke, das war ganz gut. Aber wir sollten nicht zu euphorisch sein, denn das sind nur die Wintertests", spielt Gasly seine Rundenzeit vom Dienstag herunter. Der Franzose war auf der C3-Reifenmischung eine 1:17.715 Minuten gefahren. Nur McLaren war schneller. Lediglich sechs Tausendstel verlor Gasly auf Lando Norris, der auf der C5-Mischung allerdings den weichsten verfügbaren Reifen einsetzte.

Nach der doch ziemlich verhaltenen ersten Testwoche war die Runde Gaslys auf jeden Fall ein erstes Lebenszeichen von Red Bull. Denn die Bestzeit aus der ersten Testwoche war mit 1.18.780 Minuten auf dem C3-Reifen eine ganze Sekunde langsamer. Wie viel die Zeit vom Dienstag wert ist, vermag Gasly aber nicht zu beurteilen.

Gasly lässt Kräfteverhältnis offen: Alle verstecken sich

"Alle verstecken sich", ist der 23-Jährige sicher. Auch Red Bull hat noch längst nicht die Hosen heruntergelassen. "Wir versuchen Tag für Tag etwas mehr zu pushen. Aber wir sind noch nicht Vollgas gefahren." Das Gefühl mit dem RB15 stimmt nach den ersten Tag zwar, der Fokus liegt aber nicht auf Performance-Runs.

"Wir versuchen zu verstehen, wie das Auto funktioniert, und das vom Team vorgegebene Programm abzuspulen. Die Priorität ist, viele Runden zu fahren", erklärt er. "Wir versuchen die Bereich zu verbessern, in denen wir im Moment das Gefühl haben, Probleme zu haben."

Eine Standortbestimmung fällt ohne direkten Vergleich mit der Konkurrenz allerdings auch schwer. "Wir wissen zwar, dass wir viel Potential haben, aber gleichzeitig wissen wir nicht, was die anderen im Moment machen", so Gasly. Zumindest in Sachen Zuverlässigkeit war Red Bull seinen Gegner am Dienstag eine Nasenlänge voraus.

Gasly von Honda begeistert: Zuverlässigkeit fantastisch

Gasly spulte 136 Runden ab, während Ferrari und Mercedes mit technischen Problemen nur auf 110 respektive 90 Umläufe kamen. "Es war eine produktive erste Woche und auch die zweite hat mit der Anzahl an runden positive begonnen", sagt Gasly.

Vor allem der reibungslose Umstieg auf Honda begeistert den Red-Bull-Neuzugang: "Ich bin wirklich glücklich damit. Ich kann all die Verbesserungen sehen, die über den Winter gemacht wurden. Die Zuverlässigkeit ist fantastisch. Hoffentlich bleibt das an den letzten drei Tagen und die gesamte Saison über so."

Dass Red Bull weniger Probleme als Ferrari oder Mercedes hatte, spielt für ihn aber keine Rolle. "Wir schauen nicht wirklich auf sie", winkt er ab. "Wir schauen nur darauf, wie viele Runden wir gedreht haben." In den kommenden Tagen wird der Fokus weiterhin auf der Gesamtperformance als auf schnellen Runden liegen.

"Wir haben noch keine super langen Runs gemacht. Die kommen in den nächsten Tagen. Wir machen viele Aerodynamiktests, aber das ist auch gut für mich, viele Runden zu fahren, um mich im Auto wohlzufühlen. Es fühlt sich mit jeder Runde besser an", so Gasly.


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