Formel 1

Formel 1-Highlights in Baku: Viele Rekorde & Crashes

Der Baku City Circuit wird bis einschließlich 2023 im Formel-1-Kalender bleiben. Wir blicken auf die Highlights aus drei Jahren Baku zurück.
von Philipp Moser

Motorsport-Magazin.com - Wie so viele aktuellen Strecken wurde auch der Baku City Circuit von Hermann Tilke entworfen. Insgesamt 6,003 Kilometer führt die Strecke durch die Innen- und historische Altstadt. Letztere ist sogar UNESCO Weltkulturerbe.

2016 gab es das erste Formel-1-Rennen in Baku, damals noch als Grand Prix von Europa. In den vergangenen beiden Jahren wurde das Rennen als Grand Prix von Aserbaidschan ausgetragen. In dieser Zeit bot der anspruchsvolle Stadtkurs den Formel 1-Fans bei drei Rennen schon einige Highlights.

Hamilton zieht mit Pole an Senna vorbei

Am Ende war es eine Zeit von 1:40.593 Minuten, die Lewis Hamilton in der Qualifikation zum Aserbaidschan Grand Prix 2017 seine 66. Pole Position einbrachte. Damit überholte Hamilton Ayrton Senna in der Rangliste der meisten Pole Positions. Hamilton selbst sprach in der anschließenden Pressekonferenz davon, dass er auf die Pole hungriger denn je gewesen sei.

Topspeed Rekord durch Valtteri Bottas

Bereits am ersten Rennwochenende in Baku purzelten die Rekorde. Valtteri Bottas erzielte in der Saison 2016 im Qualifying mit 378 km/h einen neuen Bestwert. Aufgestellt hat ihn Bottas am Ende der 2,2 Kilometer langen Start/Ziel-Geraden.

Valtteri Bottas 2016 in Baku, damals noch im Williams - Foto: Sutton

Kurios: Die Rekordfahrt wurde erst am Renntag bekannt. In Baku ist die Geschwindigkeitsmessung auf Höhe der Ziellinie angesiedelt, die noch wenige hundert Meter vor dem Bremspunkt liegt. An dieser Stelle wurde Bottas mit 366 km/h gemessen, die Datenanalyse bei Williams zeigte unmittelbar vor dem Anbremsen den Rekordwert von 378 km/h an.

Red-Bull-interner Crash im Jahr 2018

Es ist der Horror für jeden Teamchef: anstatt ein gutes Ergebnis zu holen, schießen sich die beiden Fahrer gegenseitig aus dem Rennen. Genau diese Katastrophe musste Red-Bull-Teamboss Christian Horner im vergangenen Jahr durchleben.

Im Kampf um ein mögliches Podium ließ Red Bull seine beiden Fahrer Max Verstappen und Daniel Ricciardo frei fahren. Beide zeigten einige Runden lang ein grandioses Duell, bis es im 40. Umlauf zur Kollision kam. Für Verstappen und Ricciardo war das Rennen beendet, über die Schuldfrage sind sich beide bis heute uneinig.

Ricciardo holt sich mit Dreifach-Überholmanöver den Sieg

Ein Jahr vor der teaminternen Kollision sah die Welt für Daniel Ricciardo in Baku noch ganz anders aus: Von einem enttäuschenden zehnten Startplatz aus begann der Australier eine starke Aufholjagd. Highlight dabei war der Safety-Car-Restart nach einer Rennunterbrechung, als Ricciardo auf Start/Ziel mit Hülkenberg, Stroll und Massa drei Fahrer gleichzeitig überholte.

Das Überholmanöver war ein wichtiger Schritt zum überraschenden Sieg des Australiers. Der erste Platz in Baku sollte jedoch Ricciardos einziger Sieg im Jahr 2017 bleiben.

Überraschende Podiumsbesucher

Es ist schon fast eine Statistik für Verschwörungstheoretiker: In drei Rennen in Baku holte sich immer ein Außenseiter den dritten Platz. 2016 war es Sergio Perez im Force India, 2017 Lance Stroll im Williams und im letzten Jahr erneut Perez im Force India.

Während die beiden Überraschungsfahrer in den letzten zwei Jahren auch von chaotischen Rennen profitierten, war besonders der dritte Rang von Perez im Jahr 2016 eine starke Leistung. Schon in der Qualifikation landete der Mexikaner auf dem zweiten Rang, wurde aber wegen eines Getriebewechsels um fünf Plätze nach hinten versetzt. Beim Start machte Perez zwei Positionen gut, in der Folge holte er sich mit einer guten Strategie den dritten Platz hinter Nico Rosberg und Sebastian Vettel.

Crash zwischen Hamilton und Vettel

Dieses Highlight darf hier natürlich nicht fehlen. Beim Aserbaidschan Grand Prix 2017 kam es zu DEM Aufreger der Saison: Hamilton führte das Feld in der 19. Rennrunde zum Restart, als Vettel ihm ins Heck krachte. Für den Deutschen war die Sache klar: Hamilton hatte ihn absichtlich auffahren lassen.

Hamilton und Vettel gerieten beim Aserbaidschan GP 2017 aneinander - Foto: Sutton

In einem Anfall von Wut zog der Ferrari-Star neben Hamilton und beschwerte sich wild gestikulierend beim Briten. Doch damit nicht genug: Vettel fuhr Hamilton dabei mit Absicht ins Auto. Beide Fahrzeuge überstanden die Kollision unbeschadet, jedoch brummten die Stewards dem Ferrari-Fahrer eine 10 Sekunden Stop/Go-Strafe auf.

Doch auch für Hamilton lief das Rennen im Anschluss nicht rund. Bei ihm löste sich die Kopfstütze am Cockpit, sodass er einen zusätzlichen Stopp einlegen musste. Am Ende eines chaotischen Rennens belegte Hamilton direkt hinter Vettel Rang vier. Zumindest konnte Mercedes nach dem Rennen Vettels Vorwurf gegenüber Hamilton mit Hilfe der Telemetriedaten entkräften.

Fan-Voting: Eure Formel-1-Highlights in Baku


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