Formel 1

Formel 1, Brasilien: Hamilton-Pole vor Vettel, Strafen drohen

Lewis Hamilton hat sich für das Formel-1-Rennen in Brasilien die Pole Position gesichert. Sebastian Vettel wurde Zweiter. Beiden drohen jedoch Strafen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton hat sich im Qualifying der Formel 1 in Brasilien die Pole Position gesichert. Der Weltmeister setzte sich knapp gegen Sebastian Vettel im Ferrari durch. Für den Mercedes-Piloten ist es die 82. Pole Position seiner Karriere und die zehnte in der Saison 2018. Aufgrund von Vergehen drohen Hamilton und Vettel jedoch Strafen. Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen könnten dadurch in die erste Startreihe aufrücken.

Der Regen verzog sich rechtzeitig zu Beginn des Q3. Etwas überraschend ließen sich die Teams dennoch verhältnismäßig viel Zeit. Erst nach zwei Minuten gingen mit den beiden Sauber die ersten Piloten auf die Strecke, gefolgt vom Ferrari-Duo und dem Rest der Top-10. Hamilton entschied den ersten Schlagabtausch für sich, sieben Hundertstel vor Vettel. Dahinter folgten Bottas und Räikkönen. Red Bulls Befürchtung bewahrheitete sich, denn gegen den Qualifying-Modus der Konkurrenten waren Verstappen und Ricciardo chancenlos.

Bottas eröffnete die entscheidenden Runs in Interlagos, gefolgt von Verstappen, Hamilton, Ricciardo, Räikkönen und Vettel. Am Ende gelang es nur Hamilton, seine Zeit noch einmal zu verbessern. Der Weltmeister sicherte sich damit die Pole vor Vettel, Bottas und Räikkönen. Dem Pole-Sitter und dem Zweitplatzierten drohen nach ihren Vergehen im Qualifying allerdings noch Strafen. Hamilton hatte im Q2 sowohl Sirotkin als auch Räikkönen behindert, während Vettel nach dem Segment ein Formfehler beim Wiegen unterlief.

Die dritte Startreihe sicherte sich Red Bull mit Verstappen und Ricciardo. Letzterer muss aufgrund seines Turboladerwechsels vor dem Wochenende allerdings fünf Plätze weiter hinten starten. Dahinter komplettierten Ericsson, Leclerc, Grosjean und Gasly die Top-10.

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: -
Top-5: Hamilton, Vettel, Bottas, Räikkönen, Verstappen

Q2 in Brasilien: Ferrari und Leclerc zocken sich durch den Regen

Das war Q2: Die Regentropfen blieben zu Beginn des zweiten Segments, doch die Streckenoberfläche war weiterhin trocken. Der drohende Schauer veranlasste die 15 übrigen Piloten dazu, mit dem Erlöschen der Ampel sofort aus der Box zu gehen. Alle Piloten waren zunächst auf Supersoft unterwegs. Bei Ferrari entschied man sich nach der Outlap jedoch, bei Räikkönen und Vettel auf Soft zu wechseln.

Den ersten Schlagabtausch entschied Bottas für sich, der mit 1:07.727 Minuten die Spitze übernahm. Hamilton verlor sieben Hundertstel, dahinter folgte Verstappen mit drei Zehnteln Rückstand. Ferraris Strategie auf dem Soft-Reifen ins Q3 zu fahren ging auf, denn Vettel fuhr auf seinem Run bis auf eine halbe Zehntel an Bottas heran, während Räikkönen auf Red-Bull-Niveau ebenfalls sicher in die Top-10 fuhr.

Mercedes und Red Bull wechselten daraufhin ebenfalls auf die Soft-Mischung, um sich diese als Startreifen für das Rennen zu sichern. Der Regen nahm jedoch kontinuierlich zu, wodurch keiner der Piloten seine Rundenzeit auf diesem Reifen verbessern konnte. Der Großteil des Feldes blieb unter diesen Bedingungen in der Garage. Nicht so Leclerc, der außerhalb der Top-10 lag und weiterhin alles versuchte.

Entgegen der Anweisung seines Teams, an die Box zurückzukehren, drehte der Monegasse weiter seine Runden und war am Ende tatsächlich erfolgreich. Mit seinem allerletzten Versuch schob er sich vom elften auf den achten Platz vor und kickte damit Magnussen aus den Top-10. Hinter den Top-Teams ebenfalls für das Q3 qualifiziert waren Grosjean, Ericsson und Gasly.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: Hamilton bummelte auf der Ideallinie und behinderte sowohl Sirotkin als auch Räikkönen. Leclerc in Kurve zwei neben der Strecke. Vettel stellte beim Wiegen nach dem Q2 den Motor nicht ab und verstieß damit gegen das Reglement.
ausgeschieden: Magnussen, Perez, Ocon, Hülkenberg, Sirotkin
Top-5: Bottas, Vettel, Hamilton, Verstappen, Räikkönen

Q1 in Brasilien: Verstappen an der Spitze, Regen in Sao Paulo

Das war Q1: Mercedes eröffnete mit Bottas und Hamilton das Qualifying in Sao Paulo. Zu den dunklen Wolken über Interlagos gesellte sich rechtzeitig zu Beginn des Zeittrainings eine Regenwahrscheinlichkeit von 60 Prozent. Hinter den Silberpfeilen machte sich deshalb bis auf die beiden Toro Rosso auch der Rest des Feldes gleich an die Arbeit. Alle Piloten fuhren auf Supersoft.

Der erste Schlagabtausch ging an Verstappen, der im Red Bull mit 1:08.205 Minuten zunächst die Bestzeit vorlegte. Zweieinhalb Zehntel dahinter landete Räikkönen, knapp dahinter folgten Hamilton, Vettel und Ricciardo. Mit sechseinhalb Zehnteln Rückstand reihte sich Leclerc im Sauber dahinter ein und war dabei einen Hauch schneller als Bottas. Der Finne legte aber nach und schob sich auf Platz fünf vor. Vettel verbesserte sich ebenfalls und war danach auf die Tausendstel zeitgleich mit Räikkönen.

Zehn Minuten vor dem Ende des Q1 meldete Räikkönen im Boxenfunk die ersten leichten Regentropfen im letzten Sektor. Während die Top-Teams mit ihren Zeiten bereits sicher im Q2 waren, wurde es für die Piloten in der K.o.-Zone durch den drohenden Regen kritisch. Magnussen überraschte mit einer Zeit auf dem Niveau von Mercedes und Ferrari und war damit Fünfter. Haas und Sauber mussten sich keine Gedanken mehr um den Einzug ins Q2 machen.

Neben dem McLaren-Duo waren Stroll, Hartley, Ocon und Sainz in den Schlussminuten im kritischen Bereich. Mittlerweile tröpfelte es in allen Sektoren, doch die Zeiten wurden weiter schneller. Am Ende gelang nur Ocon noch der Sprung ins Q2. Während Stroll als Vorletzter vor Vandoorne landete, überraschte sein Williams-Teamkollege Sirotkin mit Platz 14.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Leclerc leistete sich einen harmlosen Dreher in Kurve zehn
ausgeschieden: Sainz, Hartley, Alonso, Stroll, Vandoorne
Top-5: Verstappen, Räikkönen, Vettel, Hamilton, Magnussen

Das Wetter: Wie schon in den Trainings hing über Interlagos zu Beginn des Qualifyings eine dichte Wolkendecke. Die Lufttemperatur betrug 21 Grad Celsius, der Asphalt war mit 30 Grad auf dem Niveau der Trainings. Im Gegensatz zu den Trainings trat der für das Wochenende vorhergesagte Regen im Zeittraining jedoch ein. Schon im Q1 begann es leicht zu tröpfeln. Der Regen nahm danach bis zum Q3 kontinuierlich zu, die Piloten konnten jedoch die gesamte Session auf Slicks absolvieren.


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