Formel 1

Formel 1, FIA schmettert Williams-Protest ab: 10 Gründe

Die FIA hat den Einspruch des Williams F1 Teams gegen diverse Steward-Entscheidungen in Baku abgeschmettert - in allen Fällen. Die Begründungen.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Williams ist mit seinem Protest gegen mehrere Entscheidungen der Rennstewards beim vergangenen Aserbaidschan GP der Formel 1 in Baku in allen Fällen und schon in erster Instanz gescheitert. Dem Rennstall sei es nicht gelungen, die erforderlichen signifikanten neuen Beweise vorzulegen, teilte die FIA mit.

Damit kam es nicht einmal zu einer Verhandlung selbst. "Die Stewards entscheiden einstimmig, dass es kein neues, signifikantes und relevantes Element gibt, das ein erneutes Anschauen eines der fünf Vorfälle erfordert, auf die der Antrag zielte", schmetterten die Stewards Williams' Anfrage nach dem ersten Telefon-Call ab. Diese Punkte hätten nach Paragraf 14.1.1 des International Sporting Codes der FIA vorliegen müssen.

Kurios: Williams bringt Anwalt mit

Anwesend bei der Telefonkonferenz waren die vier Stewards des Aserbaidschan GP sowie David Redding und Mark Biddle von Williams-Seite sowie FIA-Renndirektor Charlie Whiting. Bei Biddle handelt es sich um einen Anwalt von Williams, wobei die Stewards Williams zunächst darauf hinwiesen, dass ein solcher Repräsentant für derartige Anhörungen unüblich sei. Dennoch wurde dessen Präsenz in diesem Fall als Beobachter gestattet.

Daraufhin führte Redding die Sicht des Teams auf die diversen Fälle aus wohingegen Whiting seine Sicht der Dinge schilderte. Das führte letztlich zum einstimmigen Abschmettern aller Punkte der Anfrage. Williams teilte auf Anfrage mit, selbst kein Statement über das der FIA hinaus zum Protest herausgeben zu wollen.

Die einzelnen Fälle und Begründungen der FIA für die Zurückweisung des Protests im Detail:

1. Wichtigster Punkt für Williams war die Strafe gegen seinen Fahrer Sergey Siroktin, der Sergio Perez am Start in Baku ins Heck gekracht war. Dafür setzte es zwei Strafpunkte und drei Plätze Strafe für den kommenden Spanien GP. Die Stewards jetzt dazu: "Dies war ein Fall, bei dem ein Auto in das Heck eines anderen gecrasht ist und es war damit nicht vergleichbar mit anderen Vorfällen auf der ersten Runde, bei denen Autos Seite an Seite waren. Die Strafe war außerdem ähnlich zu anderen Strafen für ähnliche Kollisionen und war somit konsistent mit den zuvor minimal erteilten Strafplätzen." Damit bleibt es bei der Strafe für den Russen.

2. "Die Tatsache, dass die schriftliche Entscheidung in Dokument 34 erst um 17:28 Uhr beim Team eintraf, wurde nicht als relevant, da dies lange vor Ablauf der Frist für einen Protest oder eine Beschwerde erfolgte. Dies wird im Zusammenhang mit dem Argument des Teams erwähnt, dass einige andere Vorfälle nicht oder nicht ausreichend bestraft wurden."

3. In Bezug auf den in Dokument 43 (MAG/GAS) beschriebenen Vorfall hat das Team in seiner schriftlichen Anfrage zur Überprüfung argumentiert, dass die Strafe für MAG "belanglos" war. Das Team wird daran erinnert, dass seit dem Treffen von 2013 zwischen der FIA und Vertretern der Teams und Fahrer, die Konsequenzen von Strafen nicht berücksichtigt werden.

4. Darüber hinaus, und in Bezug auf andere Strafen, hat es seit Anfang des Jahres 2016 insgesamt 87 Vorfälle der Art "Verusachen einer Kollision" in der Formel 1-Meisterschaft gegeben. Von diesen haben - aufgrund der Politik "Lass sie Rennen fahren" - 55 zu keiner weiteren Maßnahme geführt. 14 führten zu 10-Sekunden-Strafen und 9 haben zu 3 Startplätzen Strafe für das nächste Rennen geführt. Eine sehr kleine Zahl umfasste andere Strafen. Daher waren die Strafen für MAG, ERI und SIR völlig konsistent mit der vorherigen Praxis und mit den Strafrichtlinien. Die Fälle von "Keine weitere Maßnahme" stimmten ebenfalls mit früheren Praktiken überein.

5. Der Renndirektor bezog sich speziell auf die Maßnahmen des Fahrers von Auto 14 bei der Rückkehr in die Box nach seinem Vorfall in der ersten Runde und stellte fest, dass erstens das Safety Car anwesend war, und zweitens der Fahrer darauf geachtet hat, die Rennlinie zu meiden, den Verkehr zu vermeiden und das Risiko zu minimieren.

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Spanien GP: (06:18 Min.)

6. Williams Martini Racing war sich der Aktionen des Fahrers von Auto 14 bewusst, als sie auftraten. Ihr Team bei der "Mission Control" in Großbritannien sah es auf dem Live-TV-Feed und das Team an der Boxenmauer hätte gesehen, wie der Fahrer von Auto 14 in die Box gefahren ist, da er an ihnen vorbeifahren musste. Daher kann es nicht argumentiert werden, dass dies ein "neues Element" ist.

7. In Bezug auf die oben genannten Vorfälle wurden alle Vorfälle "keine weiteren Maßnahmen" gut vor Veröffentlichung der Ergebnisse bekannt gegeben. Daher hatte das Team reichlich Gelegenheit und Zeit, sich allen anderen oben genannten Strafen bewusst zu sein, um eine Berufung einzulegen, wo keine Strafe verhängt wurde (unter Hinweis darauf, dass kein Einspruch zulässig ist, wenn Zeitstrafen oder Gridstrafen verhängt werden).

8. In Bezug auf den Vorfall mit den Autos 14, 27 und 35 in der ersten Runde, da die Stewards keine Entscheidung in dieser Angelegenheit gefällt hatten, hätte das Team innerhalb der erlaubten Frist protestieren können, aber entschied sich, dieses Recht nicht auszuüben.

9. Unterschiedliche Strafen oder Vorfälle, bei denen keine weiteren Maßnahmen ergriffen wurden, können nicht als ein neues Element angesehen werden.

10. Im Zusammenhang mit den von Williams Martin Racing in seinem Antrag auf Überprüfung vorgelegten Medienberichten werden diese Berichte als nicht als signifikant und relevant angesehen.


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