Formel 1

Formel 1, trotz neuem Asphalt in Silverstone: Pirelli geht hart

Pirelli hat die Reifenmischungen für Silverstone festgelegt. Die F1 muss auf dem neuen Asphalt in Großbritannien auf dem 2018 bisher härtesten Pneu ran.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Pirelli hat wie für die Europa-Events der Formel 1 wie gewohnt acht Wochen im Voraus die Mischungen für den Grand Prix von Großbritannien 2018 bekanntgegeben. Auf der legendären Rennstrecke von Silverstone erwartet die Piloten nicht nur ein neuer Asphalt, sondern auch eine Reifenmischung, welche die Fahrer von Mercedes, Ferrari & Co. in diesem Jahr noch nicht kennengelernt haben.

Beim zehnten Saisonrennen greift Pirelli erstmals auf die Hard-Mischung zurück. Unter dem Superhard ist der blau markierte Hard in diesem Jahr die zweithärteste Variante im Programm der Italiener. Die beiden anderen für Silverstone nominierten Mischungen heißen Medium und Soft. Damit fährt Pirelli die Reifen auf, die eigentlich schon 2017 im 'Home of British Motor Racing' eingesetzt werden sollten.

In der vergangenen Saison änderte Pirelli die seine Nominierung nachträglich, weil das gesamte Fahrerlager über die Bank durch zu harte Reifenmischungen geklagt hatte. Die Konsequenz war, dass der Reifenhersteller eine Stufe weicher ging und somit Supersoft, Soft und Medium auf die Insel ins Vereinigte Königreich schickte. 2018 wurden nicht nur härtere Reifen gewählt, Silverstone wird auch ein weiteres Rennen mit dünneren Pneus sein.

Silverstone 2018 noch schneller mit neuem Asphalt

Nach Barcelona und Le Castellet ist es die dritte und planmäßig vorerst letzte Rennstrecke im Kalender, auf der Pirelli die Reifen mit einer 0,4 Millimeter dünneren Gummischicht bringt. Der Grund dafür ist der neue und extrem ebene Asphalt auf diesen Rennstrecken. Die Eigentümer haben die zuletzt 1996 erneuerte Streckenoberfläche in Silverstone zur Saison 2018 vollständig renoviert.

Ein Grund dafür waren wie in Barcelona die Bodenwellen, über welche die MotoGP-Profis klagten. Normalerweise ist ein neuer glatter Asphalt immer ein Argument für weichere Reifen. Die ohnehin schon ultraschnelle Rennstrecke von Silverstone wird mit der neuen Oberfläche jedoch noch schneller, womit auch die Belastungen für den Reifen ansteigen. Somit wird es spannend zu sehen, wie das Zusammenspiel von glatterem Asphalt und härterem Reifen funktionieren wird.

Hypersoft Ultrasoft SupersoftSoftMediumHard Superhard
AustralienQRR
BahrainQRR
ChinaQRR
AserbaidschanQRR
SpanienQRR
Monaco
KanadaQRR
FrankreichQRR
ÖsterreichQRR
GroßbritannienQRR

Q: Von Pirelli nominierter Qualifying-Reifen
R: Zwei von Pirelli festgelegte Reifensätze fürs Rennen

Pirelli: So funktionieren Reifenwahl und -nominierung

Pirelli bringt zur Saison 2018 gleich zwei komplett neue Formel-1-Reifen. Neben der generellen Tendenz, alle Reifen eine Stufe weicher zu gestalten, gibt es zwei zusätzliche Mischungen. Der Hypersoft-Pneu rundet das Angebot auf der weichen Seite ab, der Superhard am anderen Ende der Skala. Neu ist, dass 2018 Mischungen übersprungen werden dürfen. Dies geschah bislang einzig in China, sorgte jedoch sofort für ein spannendes Taktik-Element.

Die prinzipiellen Reifen-Regeln bleiben gleich. Nachdem Pirelli 2017 breitere Pneus brachte, bleiben die Dimensionen 2018 identisch. Auch die Auswahl der Mischungen bleibt, Pirelli wählt weiterhin pro Rennwochenende drei Mischungen aus, aus denen die Teams wählen dürfen. 3 der 13 Reifensätze für jeden Piloten bestimmen die Italiener. Davon sind zwei Sätze für das Rennen reserviert, der andere für die Qualifikation. Fahrer, die sich in den Top-10 qualifizieren, müssen diesen Reifensatz nach Q3 zurückgeben, alle anderen dürfen ihn im Rennen verwenden. Die restlichen zehn Sätze dürfen die Teams für ihre Fahrer individuell aussuchen.

Formel 1 2018: So funktioniert die Reifenwahl für die Rennen: (01:12 Min.)


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