Formel 1 / Historisches

Kurt Ahrens Jr. - In den Fußstapfen des Vaters

Kurt Ahrens Jnr. trat wie so viele Söhne in die Fußstapfen seines Vaters. Für ihn bedeutete dies: Er wurde Rennfahrer.
von Tom Distler

Motorsport-Magazin.com - Kurt Ahrens jr. wurde am 19. April 1940 in Braunschweig geboren. Sein Vater war Schrotthändler und bereits in den 30er Jahren ein erfolgreicher Motorrad–Bahnfahrer, der im internationalen Rennsport einen guten Ruf genoss. 1958 bestritt auch Kurt Ahrens jr. sein erstes Rennen und lieferte sich in den folgenden Jahren packende Duelle mit seinem Vater, der nach dem Krieg auf Kleinwagen umgestiegen war, um die Lorbeeren.

In der Formel Junior erzielte Ahrens jr. von 1960 bis 1963 auf Cooper insgesamt 40 Siege und 2 Meistertitel. Ohne Frage, er war ein großes Talent. Die deutsche Rennmeisterschaft 1965, Formel 3–Siege auf Brabham in Hockenheim und auf der Avus, sowie herausragende Rennen in Albi, Silverstone, Budapest und beim Adria GP gegen starke Konkurrenz, unterstreichen dies eindrucksvoll.

Kurt Ahrens Jnr. wurde bei seinem Debüt Zwölfter. - Foto: Sutton

Seine Fähigkeiten bewies Ahrens jr. auch mit seinem Brabham–Cosworth in der Formel 2 gegen Piloten wie Jochen Rindt, Jackie Oliver oder Jean–Pierre Beltoise. Er gewann 1968 das Eifelrennen, wurde Zweiter in Madrid, belegte dritte Plätze in Hockenheim und 1969 beim GP von Deutschland auf dem Nürburgring.

In Sportwagenrennen im Werksteam von Porsche reichte es 1969 beim 1000-Kilometer–Rennen von Monza mit Hans Herrmann für Platz 2. Es folgten ein umjubelter Sieg im Typ 917 mit Jo Siffert in Zeltweg und ein weiterer Sieg, diesmal im Typ 908 beim 1000-Kilometer-Rennen mit Vic Elford auf dem Nürburgring. Ahrens jr. fuhr auch Lotus, Abarth oder Ferrari. Nach 1970 zog er dann aber eine Tätigkeit im elterlichen Geschäft der Profikarriere vor.

adrivo.com traf Kurt Ahrens jr. am Rande einer Motorsportveranstaltung und befragte ihn nach seinem Ausflug in den Formel 1–Sport:

Welche Erinnerungen haben Sie an das Rennwochenende 1968 beim GP von Deutschland, den Sie neben Jack Brabham und Jochen Rindt im Brabham–Repco bestritten?

Kurt Ahrens Jnr. auf der Nordschleife. - Foto: Sutton

Kurt Ahrens jr.: Das war ein Regenrennen und ich hatte große Probleme. Ich war von Kaltex, der damaligen Benzinfirma, ausgewählt worden, einen Formel 1-Wagen zu fahren. Ich hatte diesen Wagen 8 Tage vorher in England gesehen und bin dann eingestiegen, um zu testen. Die Testfahrten verliefen nicht besonders. Erstmal kannte ich die Rennstrecke nicht. Zweitens ist mir ein Hund ins Auto gelaufen. Das Auto war jedenfalls schnell kaputt, aber ich bin trotzdem zum Rennen gekommen und hatte mir auch viel davon versprochen. Freitag Regen und das mit neuem Auto in der Formel 1, das können Sie sich vorstellen. Sonnabend dann Nebel und Regen. Ich bin ungefähr 8 Runden gefahren im strömenden Regen [sintflutartig, d. Red.] und das im nagelneuen Auto. Am Sonntag Verzögerung und nach 3 Runden ist mir der Heckspoiler vom Abtrieb abgerissen auf Auftrieb. Ich musste an den Boxen anhalten und konnte dann weiterfahren. Ich hab mir soviel versprochen bei trockenem Wetter. Das ist natürlich alles in die Hose gegangen. Insofern hatte ich später dann auch keine Ambitionen mehr, mich weiter in der Formel 1 zu engagieren. Das Geschäft ist dort auch ziemlich hart gewesen.

Eigentlich schade?

Kurt Ahrens jr.: Ich habe selbst ein Team gehabt und bin Formel 2 gefahren. Ich muss ehrlich sagen, die Formel 1 hat mich eigentlich nicht so interessiert, weil alles zu professionell war. Ich war in der F2–Welt gut aufgehoben. Die Lotus–Leute sind auch sporadisch mitgefahren, nur leider hatte Jim Clark dabei seinen Unfall auf dem Hockenheimring. Ich war in der F2-Elite zusammen mit Dennis Hulme, Jack Brabham, aber die Formel 1 war ein Stück zuviel.


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