Formel 1

Dan Gurney: Formel-1- und Le-Mans-Star der 60er verstorben

Dan Gurney, einer der erfolgreichsten Amerikaner in Formel 1, Le Mans und im US-Rennsport, ist tot. Das machte Gurney so besonders:
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Motorsport-Legende Dan Gurney ist am gestrigen Sonntag, dem 14. Januar, im Alter von 86 Jahren verstorben. Gurney erlag demnach den Folgen einer Lungenentzündung, wie es in einer Mitteilung seiner Familie heißt.

"Mit einem letzten Lächeln auf seinem hübschen Gesicht, ist Dan heute, am 14. Januar, kurz vor Mittag ins Unbekannte aufgebrochen. In tiefster Trauer und mit Dankbarkeit in unserem Herzen für die Liebe und die Freude, die du uns während deiner Zeit auf dieser Erde gegeben hast, sagen wir 'Godspeed'", werden Ehefrau Evi und die gesamte Gurney-Familie zitiert.

Gurney wurde am 13. April 1931 in Port Jefferson im US-Bundesstaat New York geboren und in seiner Karriere als Rennfahrer einer der erfolgreichsten US-Amerikaner in der Geschichte. Gurney gewann vier Grands Prix in der Formel 1 (Rouen 1962, Rouen 1964, Mexiko 1964 und Spa 1967), dazu die 24h von Le Mans 1967 und die 12h von Sebring 1959. Auch in der NASCAR, der Can-Am und der IndyCar-Serie gewann Gurney einige Rennen. Einzig beim Indy500 blieb ihm ein Sieg verwehrt, zwei zweite Plätze sind hier das Höchste der Gefühle.

Dan Gurney: Das machte ihn so besonders

Doch Gurneys Erbe besteht aus weit mehr als nur seinen Erfolgen auf der Rennstrecke. Seinen letzten Formel-1-Sieg in Spa 1967 etwa holte Gurney auf der Eigenkonstruktion Eagle - und erreichte diesen Meilenstein damit noch vor Kollege Bruce McLaren, der 1968 den ersten Sieg mit einem eigenen Fahrzeug holte. Als Teamchef holte Gurney zwischen 1970 und 2011 acht Meisterschaften und Siege beim Indy500, den 24h von Daytona und den 12h von Sebring. Gurney ist in der Motorsport-Welt aber noch für zwei weitere "Erfindungen" bekannt:

Die Champagner-Dusche: Heute ist sie nicht mehr aus dem Motorsport wegzudenken, doch erst Dan Gurney führte sie ein: die Champagne-Dusche bei der Siegerehrung. Es war das Jahr 1967, Gurney hatte für Ford den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans errungen. Da kochten die Emotionen bei Gurney derart hoch, dass er dem irgendwie Ausdruck verleihen musste - die Champagner-Dusche war geboren.

Der Gurney-Flap: Auch in Sachen Aerodynamik leistete Gurney Pioniersarbeit. Heute ist der Gurney-Flap ein aerodynamisches Hilfsmittel, das integraler Bestandteil eines jeden Rennwagens ist. Gurney baute diese kleine Abrisskante am Heck eines Fahrzeugs erstmals bei Testfahrten 1971 an. Der Clou hinter dieser Idee: der Luftwiderstand steigt nur in geringem Maße an, umso stärker jedoch erhöht sich der verfügbare Abtrieb.

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