Formel 1

Formel 1 Top-5: Startkollisionen: Crash, Boom, Bang!

In der Formel 1 hat es schon einige haarsträubende Startunfälle gegeben. Die fünf heftigsten Startcrashes in der Zusammenfassung.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Der Start eines Grand Prix ist der wohl nervenaufreibendste Moment des Rennwochenendes - und auch der gefährlichste. Wenn über 20 Piloten auf das Nadelöhr in der ersten Kurve zusteuern und sich sämtliche über Tage hinweg aufgebaute Anspannung auf einen Schlag entlädt, kann der eine oder andere schnell mal über die Stränge schlagen. Die Folgen sind ein Start-Crash und ein früher Feierabend.

5. Kanada GP 1998: Alexander Wurz & Jean Alesi

Die erste Kurvenkombination in Montreal hat in ihrer Geschichte schon mehrfach für heiße Szenen gesorgt - vor allem am Start. Die wohl spektakulärste Einlage lieferte 1998 Alexander Wurz ab. Der Benetton-Pilot ging von der elften Position aus ins Rennen. Nach einem mittelmäßigen Start versuchte er sich beim Anbremsen auf die erste Kurve innen gegen Damon Hill durchzusetzen. Dabei verpasste er den Bremspunkt jedoch völlig und musste auf die Wiese ausweichen. Auf dem Grün konnte er seinen Boliden nicht mehr stoppen und kollidierte mit Jean Alesi. Wurz stieg am Sauber des Franzosen auf und rutschte vertikal zwischen diesem und dem davor fahrenden Heinz-Harald Frentzen über die Strecke. Danach tauchte er kopfüber ins Kiesbett ein und überschlug sich mehrfach. Mit ihm und Alesi landeten auch Johnny Herbert und Jarno Trulli im Aus. Das Rennen wurde abgebrochen. Wurz sprang ins damals noch verfügbare T-Car und nutzte seine zweite Chance: Er wurde Vierter.

Wurz wurde trotz des Unfalls noch Vierter - Foto: Sutton

4. Deutschland GP 2001: Luciano Burti & Michael Schumacher

Die F1-Karriere von Luciano Burti überdauerte lediglich 15 Rennen und war geprägt von schweren Unfällen. Beim Start zum Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring wurde er erstmals unfreiwillig zum Bruchpiloten. Auslöser des Horror-Unfalls war jedoch nicht er selbst, sondern Michael Schumacher. Der Ferrari des Rekordweltmeisters hatte auf dem Weg zur ersten Kurve ein Problem mit dem Getriebe und kam nicht auf Tempo. Burti konnte den langsamen Boliden aufgrund des vor ihm fahrenden Olivier Panis nicht rechtzeitig sehen und fuhr auf diesen auf. Nachdem er beim Aufprall senkrecht in die Luft katapultiert wurde, landete er rücklings auf dem Arrows von Enrique Bernoldi und rutschte ins Kiesbett. Das Rennen wurde abgebrochen, doch alle drei am Unfall beteiligten Piloten standen dank Ersatzauto am Re-Start. Die Zielflagge sah jedoch nur Bernoldi.

Michael Schumacher war der Auslöser dieses Unfalls - Foto: Sutton

3. Australien GP 2002: Ralf Schumacher

Wenn die Formel 1 in ein neues Jahr startet, ist die Nervosität am Start oft um ein Vielfaches höher als sonst. Traditionell findet der Saisonauftakt seit 1996 in Melbourne statt - und die ersten Passagen des Albert Park Circuit lassen nicht viel Raum für den Pulk aufgekratzter Piloten. Im Jahr 2002 führte das zur Elimination des halben Feldes. An der Spitze verpasste Ralf Schumacher zunächst hinter dem Führenden Rubens Barrichello seinen Bremspunkt. Der BMW-Williams stieg über das Heck des Ferraris auf und segelte mit hoher Geschwindigkeit ins Kiesbett der ersten Kurve. Weiter hinten im Feld sorgte dies für eine Kettenreaktion, denn die Verfolger bremsten aufgrund des Unfalls abrupt ab. Nick Heidfeld, Olivier Panis und Allan McNish wichen nach innen aus und rutschten innen über die Wiese in die erste Kurve. Bei ihrer Rückkehr auf den Asphalt räumten sie in bester Bowling-Manier einen Großteil des Feldes ab. Von 22 gestarteten Autos waren 9 aus dem Rennen. Einen Neustart gab es zum Leidwesen der Crash-Opfer nicht.

Der Unfall von Ralf Schumacher war der Auslöser eines Massencrashs - Foto: Klynsmith/Sutton

2. Belgien 2012: Romain Grosjean

Romain Grosjean hatte schon vor dem Grand Prix von Belgien 2012 einen Ruf als ungestümer Zeitgenosse weg. Beim zwölften Saisonrennen brachte er das Fass in den Augen von Gegnern und Offiziellen aber zum Überlaufen. Bei der Anfahrt auf La Source war der Franzose gleichauf mit Lewis Hamilton und drückte dessen McLaren in Richtung Boxenmauer. Hamilton ging der Platz aus, die Autos kollidierten und rutschten unkontrolliert auf das Feld zu. Grosjean traf den Sauber von Sergio Perez, Hamilton den Ferrari von Fernando Alonso. Der Bolide von Grosjean stieg dabei auf und rutschte über Alonsos Monocoque, wobei er den Kopf des Spaniers nur knapp verfehlte. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurde auch Kamui Kobayashi, der das Rennen nur auf dem 13. Platz beenden konnte. Grosjean musste als Auslöser der Kollision 50.000 Euro Strafe zahlen und wurde für den Italien GP gesperrt.

Nach diesem Unfall wurde Grosjean ein Rennen gesperrt - Foto: Sutton

1. Singapur 2017: Sebastian Vettel & Max Verstappen

In Singapur war Chaos 2017 programmiert. Die an diesem Wochenende auf Krawall gebürsteten Red Bull standen im Grid gleich hinter Ferraris WM-Anwärter Sebastian Vettel. Als wäre das noch nicht genug, regnete es am Sonntag. Regen auf dem Marina Bay Street Circuit hatte die Formel 1 noch nie zuvor erlebt - und ein Regenrennen bei Nacht ebenfalls nicht. Die befürchtete Startkollision ließ nicht lange auf sich warten, doch es kam alles ein bisschen anders als erwartet. Nicht der Regen oder der als ungestüm geltende Max Verstappen löste den Unfall aus. Es war Vettel, der beim Verteidigen seiner Position einen Fehler machte. Beim Versuch Verstappen in Bedrängnis zu bringen, übersah er den eigenen Teamkollegen. Kimi Räikkönen war als dritter Pilot neben den beiden Kampfhähnen auf dem Weg in die erste Kurve. Für alle drei war das Rennen nach wenigen Metern beendet. Auch Fernando Alonso wurde unschuldig mit aus dem Grand Prix gerissen.

Max Verstappen geriet ins Kreuzfeuer, dass beide Ferrari aus dem Rennen warf - Foto: Sutton

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