Formel 1

Toto Wolff: Ecclestone-Aussagen Handgranaten für die Formel 1

Bernie Ecclestone sorgte mit einem umstrittenen Interview für Aufsehen: Schwule-Sauber-Piloten, Fastfood Formel 1 und Ferrari-Hilfe. Toto Wolff weicht aus.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Bernie Ecclestone ist zurück in der Formel 1 - zumindest wenn es um die Schlagzeilen geht. Der Brite, der am Samstag seinen 87. Geburtstag feierte, sorgte mit einem Interview in der italienischen Repubblica für Aufsehen.

Darin erklärt Ecclestone, er hielt die beiden Sauber-Piloten als "ein nettes Paar schwule Piloten in der Formel 1", weil sie mit pinkfarbenen Overalls fahren. Tatsächlich handelt es sich natürlich um die Force-India-Fahrer.

Doch es war nicht der einzige Giftpfeil von Ecclestone im Interview: Die Show, die von den neuen Eigentümern beim USA GP in Austin auf die Beine gestellt wurde, gefiel Ecclestone offenbar nicht besonders gut. "Ich habe ein Vier-Sterne-Restaurant erschaffen und sie haben es in einen McDonald’s verwandelt", so der ehemalige Formel-1-Boss.

Für besonderes Aufsehen sorgte allerdings eine andere Aussage. Demnach soll Ferrari geholfen worden sein, um erfolgreich zu sein. Einerseits von der FIA, indem die Regeln Ferrari-freundlich gestaltet wurden, andererseits von Mercedes. Ein Vorwurf, den Ecclestone schon vor zwei Jahren im Interview mit Motorsport-Magazin.com in den Raum warf. "Sie hatten beim Motor Hilfe von Mercedes. Das war gut. Ich bin sehr glücklich mit dem, was sie gemacht haben."

Wolff weicht konkreter Antwort aus

Toto Wolff wollte beim Mexiko GP nicht auf die Vorwürfe eingehen, umging die Frage lieber geschickt mit Humor. "Ich habe ihn erst heute angerufen und ihm zu seinem 92. Geburtstag gratuliert", scherzte Mercedes Motorsportchef Toto Wolff. "Das mochte er."

"Er ist der einzige, der am anderen Ende der Welt sitzen und eine Handgranate werfen kann, die dann im Fahrerlager landet. Das mag ich. Diese Geschichten sind fantastisch. Ich habe sie in der Vergangenheit ein bisschen vermisst. Ich habe die Handgranaten, die spontanen Meetings und die Krisensituationen vermisst - und das Teilen und Herrschen. Das ist eine gute Geschichte."

Tatsächlich hatte Ferrari allerdings keine Hilfe von Mercedes beim Motor. Vielmehr warb der italienische Rennstall Motoreningenieure von Mercedes ab, um die Power Unit schneller auf Mercedes-Niveau zu bringen.


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