Formel 1

Austin: USA-Rückkehr für Alonso, McLaren mit letzter Chance?

McLaren peilt beim USA GP in Austin ein starkes Ergebnis an, es könnte die letzte Chance 2017 sein. Fernando Alonso freut sich auf seine Amerika-Rückkehr.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Eine bittere Enttäuschung erlebten McLaren und Honda beim letzten gemeinsamen Heimrennen in Suzuka. Kein einziger Punkt kam zustande, trotz vorhandener Konkurrenzfähigkeit. Doch eine Motorenstrafe brachte Fernando Alonso schon vor dem Start in eine extrem schwierige Lage, Stoffel Vandoorne büßte seine Chancen durch einen Ausritt kurz nach dem Start ein. Gegen Rennende dann verpasste Alonso zudem, den zehnplatzierten Felipe Massa noch einzuholen.

Reichlich Zählbares konnte das Team aber vergangene Saison in Austin einsacken. Alonso wurde starker Fünfter, sein damaliger Stallgefährte Jenson Button belegte Rang neun. Gute Erfahrungen, die bei McLaren Anlass zur Hoffnung geben, in dieser Saison noch ein Highlight zu setzen. Für Alonso selbst ist es zudem die Rückkehr in die USA nach seinem Gastspiel beim Indy 500, das er ja so bitter mit einem Ausfall beendete. An der Vorfreude auf die Amerika-Rückkehr änderte das aber nichts.

"Ich hatte eine tolle Zeit im Sommer, alles hat sich nur um das Indy 500 gedreht. Ich weiß daher, wie leidenschaftlich und enthusiastisch die Fans sind. Darum erwarte ich eine tolle Atmosphäre rund um Austin", sagte Alonso.

Der COTA macht wirklich Spaß. Jeder Sektor ist anders.
Fernando Alonso

Inzwischen scheint sich der Spanier zu einem echten USA-Fan entwickelt zu haben. "Ich verbringe wirklich gerne Zeit in den USA und ich habe tolle Erinnerungen. Ich hoffe, dass wir in Austin auf dem Momentum aufbauen können, das wir hinter den Kulissen aufgebaut haben, auch wenn es die Ergebnisse noch nicht zeigen", blickt er voraus.

Mit dem Circuit of the Americas (COTA) erwartet ein hochinteressanter Kurs auf die Fahrer, der Vielseitigkeit verlangt, wie Alonso erklärt. "Der COTA macht wirklich Spaß. Jeder Sektor ist anders. Den perfekten Kompromiss beim Setup zu finden, um die sich stets verändernden Charakteristiken während der Runde optimal zu meistern, ist die große Herausforderung", hält der zweimalige Weltmeister fest.

McLaren blickt auf ein starkes Austin-Ergebnis 2016 zurück - Foto: Sutton

Neues Terrarin für Vandoorne

Auf einen reichhaltigen Fundus an Austin-Erfahrung kann Teamkollege Stoffel Vandoorne nicht blicken. Noch kein einziges Rennen ist der Belgier auf der Strecke gefahren. Doch es ist ihm schon einiges zu Ohren gekommen. "Ich habe viel Gutes über den COTA gehört, er ist eine Strecke, auf der viele Fahrer gerne unterwegs sind. Sie hat von allem ein bisschen", weiß Vandoorne.

Eine größere Aufregung vor dem Wochenende verspürt Vandoorne nach eigener Aussage aber nicht, auch wenn er in Austin neues Terrain betritt. "Zu einer neuen Strecke zu kommen macht mich nicht nervöser - im Gegenteil", stellt er klar. "Wir bereiten uns zusammen mit den Ingenieuren auf jedes Rennwochenende gleich vor, und auch wenn ich im wahren Leben noch nicht auf dieser Strecke gefahren bin, habe ich einige Runden in der virtuellen Welt des Simulators gedreht", hält der 25-Jährige fest.

Aus sportlicher Sicht rechnet sich Vandoorne durchaus gute Chancen aus, an seine zuletzt gute Form anzuknüpfen. Das Punkte-Triple in Asien nach zwei siebten Plätzen in Singapur und Malaysia verpasste er in Suzuka zwar, doch das Layout in Austin sieht er für McLaren als vorteilhaft an. "Austin sollte für uns besser sein, was die Leistungs-Empfindlichkeit betrifft, wenngleich es dort einige Kurven gibt, die uns vor neue Herausforderungen stellen", erklärt er.

Vandoorne sieht in Austin gute Chancen für McLaren - Foto: Sutton

Honda-Boss: Austin beste Chance im Saisonfinale

Um tatsächlich ein gutes Ergebnis einzufahren, bedarf es jedoch eines Verzichts auf weitere Motorenwechsel bei McLaren. Zwar ist der COTA eher eine Strecke, die Überholmanöver ermöglicht. Doch ermöglicht die Power Unit von Honda nach wie vor eher solides Verteidigen, als eine rigorose Aufholjagd. Hondas F1-Boss Yusuke Hasegawa weiß um die Verantwortung, die auch bei den Japanern liegt.

"Es wird wichtig für uns sein, die Power Unit gut für die einzelnen Sektoren abzustimmen, um die Fahrbarkeit zu verbessern", sagte Hasegawa. Die Gelegenheit, in Austin ein gutes Resultat zu erzielen, sei vor allem mit Blick auf die restlichen danach noch folgenden drei Rennen gut.

"Wir glauben, dass die Strecke unserem Paket entgegenkommt und uns die beste Chance der ausstehenden vier Rennen verschafft", stellt er klar. "Im vergangenen Jahr hatte McLaren-Honda ein gutes Rennen dort mit beiden Autos in den Punkten, nun hoffen wir, dasselbe schaffen zu können und in die Top 10 zu kommen", blickt Hasegawa voraus.


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