Formel 1 - Hamilton-Triumph: Antwort an die Kritiker

Das bekommt kein anderer Fahrer

Lewis Hamilton hat in Silverstone die perfekte Antwort auf die harsche Kritik der vergangenen Tage geliefert. Er erklärt, warum er wirklich so gut ist bei seine
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Motorsport-Magazin.com - Und am Ende noch die schnellste Runde des Großbritannien Grand Prix. Lewis Hamilton ließ es sich bei seiner Triumphfahrt in Silverstone nicht nehmen, dem Rennen deutlich seinen Stempel aufzudrücken. Pole Position, Sieg, schnellste Runde und alle 51 Runden angeführt - der Mercedes-Star überzeugte bei seinem Heimrennen auf ganzer Linie.

Es war neben dem vierten Saisonsieg auch der fünfte so genannte Grand Slam seiner Formel-1-Karriere. In der ewigen Liste zog er damit mit Michael Schumacher und Alberto Ascari gleich.

Hätte Hamilton am Ende noch einmal aufs Gas steigen müssen? Nein, der Sieg auf dem britischen Traditionskurs war niemals gefährdet. Vielleicht war es aber eine kleine Genugtuung für den dreifachen Weltmeister nach all der Kritik in Folge des Fernbleibens beim Fan-Event in London. Der Geschichte, die das Rennwochenende überschattet und Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff auf die Palme gebracht hatte.

Antwort an die Kritiker

Dem Österreicher dürfte es nach dem zehnten Saisonrennen ähnlich ergangen sein wie Hamilton, nachdem er am Samstagabend gegen die teilweise harschen Kritiken seitens einiger Medien gewettert hatte. Nach dem Silberpfeil-Doppelsieg am Sonntag sagte Wolff: "Ich denke, dass man manchmal die richtigen Impulse braucht, um die maximale Leistung herauszuholen. Vielleicht war das Antwort an die Kritiker."

Noch immer echauffierte sich der Mercedes-Boss über die Berichterstattung vor Hamiltons wichtigstem Saisonrennen, wie dieser es selbst tituliert hatte. Wolff: "Ich verstehe immer noch nicht, warum vor dem Rennen auf den britischen Helden eingeschlagen wurde. Das hat ihm vermutlich noch mehr Entschlossenheit verliehen, seinen Fans zu zeigen, wie er fahren kann. Medien haben grundlos auf ihn eingedroschen. Die Konsequenz war, dass er noch stärker daraus hervorgeht."

Top-10 der Grand Slams (Pole,Sieg,schnellste Runde,alle Runden angeführt)

Fahrer Grand Slams Rennen
1 Jim Clark 8 72
2 Alberto Ascari 5 32
3 Michael Schumacher 5 307
4 Lewis Hamilton 5 198
5 Jackie Stewart 4 99
6 Ayrton Senna 4 161
7 Nigel Mansell 4 187
8 Sebastian Vettel 4 188
9 Nelson Piquet 3 204
10 Juan-Manuel Fangio 2 51

Zweifelt nicht an meiner Vorbereitung

Die Frage, ob Griechenland-Kurzurlaub oder das Fan-Event die bessere Vorbereitung auf Silverstone gewesen wäre, stellte sich nach dem Rennen nicht mehr. Sogar noch weniger dank Sebastian Vettels Reifenschaden und dem daraus resultierenden siebten Platz. Zur Saisonhalbzeit ist Hamilton bis auf einen Punkt an den WM-Spitzenreiter herangerückt. Jetzt gibt es wieder positive Schlagzeilen aus der Heimat. Etwa, dass Hamilton in der Silverstone-Siegerliste mit den Legenden Jim Clark und Alain Prost gleichgezogen ist.

"Es gibt keinen Grund, meine Vorbereitung in Frage zu stellen", lautete Hamiltons Antwort nach dem Erfolg auf heimischem Boden. "Ich habe mehr Poles als die meisten und sammele Siege. Wenn ihr jetzt nicht wisst, dass meine Vorbereitung passt, dann werdet ihr es wohl nie verstehen. In mir drin weiß ich, dass ich gerade auf meinem besten Stand bin. Ich will da bleiben und mich weiter so gut vorbereiten wie ich nur kann. Nur ich weiß, wie ich mich vorbereiten muss. Das kann niemand anders für mich machen."

Das gibt es nirgendwo anders

Unter den Fans an der Strecke dürfte der London-Zwischenfall ohnehin kein Thema mehr gewesen sein. Tatsächlich feuerten die Zuschauer Hamilton in jeder Runde an, später genoss er das inzwischen schon traditionelle Bad in respektive auf der Menge. Man möchte Hamilton wirklich glauben, dass diese Unterstützung zumindest einen kleinen Teil seiner Leistungsfähigkeit ausmacht. Nicht umsonst bedankte er sich auf seiner Auslaufrunde bei gefühlt jedem einzelnen Zuschauer.

"Ich glaube schon, dass ich gut bin auf dieser Strecke", holte Hamilton aus. "Aber die Energie, die ich hier von den Fans erhalte... kein anderer Fahrer bekommt irgendwo so viel Energie. Ich glaube wirklich, dass dich das antreibt. Schon vor dem Rennstart habe ich das Publikum gesehen. Und immer, wenn ich sie angeschaut habe, waren sie bei mir. Ich bin dann den Start gefahren, runter zu Kurve 3 und konnte die Leute jubeln sehen. Auch in Kurve 7 sind sie aufgestanden und haben mich angefeuert. Und das jede Runde! Jede der 51 Runden. Das sieht man nirgendwo anders auf der Welt."


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