Formel 1

Gefahrenstelle Doppel-Kerb - Renault-Crash, Max-Ausritt: Action in Australien

Jolyon Palmer zerstört seinen Renault, Max Verstappen macht Spektakel, Sauber löst erstes Virtual Safety Car aus: Die ersten Melbourne-Ausritte erklärt.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Rumms! Die neue Formel-1-Saison ist gerade mal zwei Trainings alt - und schon schepperte es kräftig in Melbourne. Allen voran Jolyon Palmer, der im 2. Training mit seinem Renault-Boliden kräftig in die Mauer krachte und die erste Rotphase des Jahres auslöste. Für das erste Virtual Safety Car des Jahres sorgte Marcus Ericsson, aber auch Max Verstappen und Co. ließen den jeweiligen Kommandoständen kurzzeitig den Atem stocken. Motorsport-Magazin.com fasst die ersten Ausritte des neuen Jahres zusammen.

Jolyon Palmer, Renault

Der Pechvogel des Freitags. Jolyon Palmer konnte im 1. Training nur zehn Runden drehen, eine defekte Achsmanschette legte seinen Renault lahm. Im 2. Training kam der Brite dann nur knapp zwei Runden weit. Ausgangs der letzten Kurve verlor er plötzlich die Kontrolle, drehte sich und schlug mit dem Heck in die linke Streckenbegrenzung ein. "Ich bin nicht sicher, was passiert ist", grübelte Palmer. Sein Rennwagen trug einen ordentlichen Schaden davon, soll bis zum Qualifying aber wieder gerichtet sein.

So endete das 2. Training für Jolyon Palmer - Foto: Sutton

Marcus Ericsson, Sauber

Herzlichen Glückwunsch, Marcus Ericsson: Das erste Virtual Safety Car der Saison 2017 geht auf seine Kappe. Wenige Minuten vor dem Ende des 2. Trainings rasselte der Sauber-Pilot in Kurve 6 unsanft ins Kiesbett. Seine Fahrt war damit beendet. "Das war ein bisschen komisch, normalerweise sollte so etwas nicht passieren", sagte der Schwede zu Motorsport-Magazin.com. "Ich habe Nico (Hülkenberg;d.Red.) ein paar Kurven vorher vorbeigelassen, weil ich nicht zu 100 Prozent gepusht habe. Dann habe ich mich verbremst und gedreht."

Vorzeitiger Feierabend für Marcus Ericsson im Sauber - Foto: Sutton

Max Verstappen, Red Bull

Der Red-Bull-Pilot machte im 2. Training unsanft Bekanntschaft mit einem neu installierten Kerb. Vor dem Rennwochenende wurde ein Doppel-Kerb ausgangs Kurve 12 installiert - das bekam Verstappen zu spüren, als er in diesem Bereich neben die Strecke kam, durchs Gras ruderte, sein Auto aber gerade noch abfangen konnte.

Für Helmut Marko offenbar keine größere Angelegenheit. "Mein Gott, er hat es probiert", sagte Red Bulls Berater zu Motorsport-Magazin.com." Das Auto war noch nicht ganz abgestimmt und am Untersteuern. Kann passieren." Auch Teamchef Christian Horner spielte die Angelegenheit runter, wies aber auf die Folgen hin: "Max hat heute in Kurve 12 ein bisschen den Rasen gemäht. Dadurch war seine weitere Session etwas eingeschränkt."

Einen ähnlichen Moment mit dem neuen Kerb erlebte Nico Hülkenberg zuvor im 1. Training. "Es schnell dort am Ausgang, und wenn du den Kerb etwas zu viel nimmst, zieht der Kerb dich raus und du kommst nicht mehr zurück und kriegst heftige Schläge auf das Chassis und den Unterboden", erklärte der Renault-Pilot. "Der alte Kerb hat etwas mehr Spaß gemacht und war etwas netter zu den Autos. Ich sehe nicht den Grund, weshalb sie es geändert haben."

Romain Grosjean, Haas

Ob der Franzose Drift-Punkte im Albert Park gesammelt hat? Romain Grosjean verbremste sich im Verlauf der Trainings mehrere Male und musste die Strecke verlassen. Sein Haas-Bolide blieb insgesamt heil, dürfte dem Fahrer am Steuer aber nicht das beste Gefühl gegeben haben. Plagt sich das Team wieder mit den altbekannten Brems-Problemen aus der vergangenen Saison herum? Es macht ganz den Anschein.

Angesprochen auf die Brems-Problematik, konnte sich Grosjean zumindest ein gequältes Grinsen nicht verkneifen. "Heute Morgen war es okay, danach hatte ich Probleme", räumte er ein. "Ich bin viermal oder so geradeaus gefahren. Da ist noch viel Luft nach oben. Ich will da eigentlich nicht mehr drüber sprechen, aber ja, ich hatte ein paar Probleme." Aero-lastigere Autos und kürzere Bremszonen könnten hier zum noch größeren Problem werden.


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