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Formel 1

Vettel mit Monster-Rückstand und Dreher - 1. Training: Hamilton unter 2015er Pole Zeit

Mercedes fährt auch in Ungarn in einer eigenen Welt. Im 1. Freien Training fuhr Lewis Hamilton anderthalb Sekunden schneller als der erste Mercedes-Verfolger.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton holte sich beim 1. Freien Training zum Ungarn GP die erste Bestzeit des Wochenendes. Der Mercedes-Pilot blieb mit 1:21.347 Minuten auf dem neu asphaltierten Hungaroring auf Supersoft-Reifen sieben Zehntel unter der Pole-Zeit des Vorjahres. Teamkollege Nico Rosberg, dessen Vertragsverlängerung vor dem Training bekanntgegeben worden war, reihte sich mit zwei Zehntelsekunden Rückstand auf Rang zwei ein.

Spannend wird an diesem Wochenende, ob der Streckenrekord von 1:18.436 Minuten fällt. Den hält noch immer Rubens Barrichello aus dem Jahr 2004. Wegen des neuen Asphalts, der sanfteren Kerbs und den schnelleren Autos ist der Rekord durchaus in Reichweite.

Die Platzierungen: Hinter dem Mercedes-Duo ersteinmal lange nichts. Mit satten 1,6 Sekunden Rückstand reihte sich Ferrari-Pilot Sebastian Vettel auf Rang drei ein. Wie die Silberpfeile fuhr auch Vettel seine schnellste Runde auf den Supersoft-Reifen. Teamkollege Kimi Räikkönen landete mit einer weiteren Zehntel Rückstand auf Rang vier.

Rang fünf und sechs gingen an Daniel Ricciardo und Max Verstappen. Die Red-Bull-Piloten verzichteten aber auf die weichste Reifenmischung und fuhren ihre Zeit auf den Soft-Pneus. Einmal mehr konnte am Freitag McLaren überzeugen: Fernando Alonso und Jenson Button landeten auf den Rängen sieben und acht. Romain Grosjean und Sergio Perez komplettierten die Top-10.

Nico Hülkenberg landete in seinem Force India auf Rang elf, Pascal Wehrlein musste sich von Teamkollege Rio Haryanto geschlagen geben und landete auf Rang 21. Gutierrez-Ersatz Charles Leclerc wurde 15., Esteban Ocon, der zweite Freitagsfahrer im Bunde, der Kevin Magnussen ersetzte, wurde auf Rang 17 gewertet.

Die Zwischenfälle: Keine gravierenden. Sebastian Vettel sorgte mit einem Dreher in Kurve zwölf für etwas Unterhaltung. Der Ferrari-Pilot kam beim Anbremsen auf die Rechtskurve mit dem Hinterreifen auf den noch feuchten Kerb und drehte sich in die asphaltierte Auslaufzone, konnte die Fahrt aber ohne Probleme wieder fortsetzen.

Ferrari-Junior Charles Leclerc, der anstelle von Esteban Gutierrez im Haas saß, ereilte das gleiche Schicksal an einer anderen Stelle. Leclerc drehte sich auf der Zufahrt zur Schikane nach Kurve fünf. Der Hass-Bolide rutschte ins Kiesbett, konnte aber wieder weiterfahren. Fernando Alonso sorgte mit einem harmlosen Dreher in der letzten Kurve für etwas Action, Teamkollege Jenson Button tat es ihm in Kurve fünf gleich.

Die Track-Limits: Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 wurden die Track-Limits elektronisch überwacht. In der ersten Trainingssitzung gab es allerdings noch nicht wirklich viele solcher Zwischenfälle, weil die Strecke abseits der Ideallinie noch ein wenig feucht war.

Das Wetter: In der Nacht hatte es im Großraum Budapest geregnet, entsprechend war die Strecke zu Beginn der Session noch etwas feucht. Weil sich die die Hitze mit 23 Grad Umgebungstemperatur noch in Grenzen hielt, dauerte es eine Zeit lang, bis der neue Asphalt auftrocknete. Erst nach knapp 30 Minuten trauten sich die Piloten auf Slicks.

Die Analyse: Man kann nur hoffen, dass das nicht der wahre Abstand zwischen Mercedes und dem Rest der Welt ist. Auf dem winkligen Kurs hatten viele auf Gegenwehr von Red Bull gehofft. Wegen schwieriger Bedingungen zu Beginn der Session und unterschiedlicher Reifenwahl ist FP1 allerdings kein wirklicher Gradmesser.


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