Formel 1

Auf der Welle des Erfolges - Force India in Österreich: Mehr Pokale für Mallya?

Force India liegt spätestens seit Baku wieder voll im Plan. In Österreich wollen Nico Hülkenberg und Sergio Perez das Punktekonto weiter ausbauen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Mit Sergio Perez fuhr in Baku zum zweiten Mal in den vergangenen drei Rennen ein Force India auf das Podest. Die anfänglichen Startschwierigkeiten scheinen mit der B-Version des VJM09 damit endgültig der Vergangenheit anzugehören. In der Folge liegt das liegt das Team in der Gesamtwertung mit 59 Punkten auf Rang fünf. Sowohl nach hinten auf Toro Rosso, als auch zu Williams auf Platz vier, hat Force India mit 27 respektive 31 Punkten einen relativ großen Abstand. Zu berücksichtigen bleibt allerdings, dass Force India bis jetzt vor allem auf winkeligen Kursen wie Monaco und Baku schnell war. Hier holte das Team 40 der bisher eingefahrenen Punkte. In Österreich müssen Perez und Hülkenberg also vor allem die Konstanz ihres Autos unter Beweis stellen.

Das letzte Rennen: Auf Augenhöhe mit Ferrari

In Baku gehörte Force India das gesamte Wochenende über zu den ersten Verfolgern von Mercedes. Während Hülkenberg sich mit einem Schnitzer in der Qualifikation selbst um eine Chance auf die vorderen Positionen brachte und im Rennen lediglich Neunter wurde, konnte sein Teamkollege sogar trotz Strafversetzung einen Platz auf dem Podium sicherstellen. Sein Ergebnis führte der Mexikaner vor allem auf eine kluge Reifen-Strategie zurück.

Die Neuerungen: Erst ab Silverstone

Wie die meisten Teams, wird auch Force India erst beim Großen Preis von England mit weiteren Updates an seinem Boliden aufwarten. Doch auch das erste Update aus Barcelona scheint immer noch neue Früchte zu tragen, wie der Aufwärtstrend der vergangenen Rennen zeigt. "Es wird viel darüber geredet, dass unser Team sein Hauptaugenmerk auf 2017 legt. Das bedeutet aber nicht, dass wir für den Rest der Saison nicht stark sein werden. Wir können aus unserem jetzigen Paket noch viel Performance herausholen", sagte Teamchef Vijay Mallya.

Die gesamte Force-India-Mannschaft hat im Moment einen Höhenflug - Foto: Sutton

Die Erwartungen: Performance-Optimierung des aktuellen Boliden

Wir sind jetzt auf den Geschmack gekommen und ich würde uns gerne noch mehr Edelmetall einfahren sehen, bevor das Jahr vorbei ist.
Vijay Mallya

Vijay Mallya hat sich über die Ergebnisse der letzten Wochen sehr gefreut und der Inder sieht keinen Grund, weshalb das Team nicht auch in Österreich den Top-Teams in die Suppe spucken sollte: "Wir sehen gerade die beste Form in der Geschichte des Teams und wir genießen den Moment. Wir haben gezeigt, dass wir den Top-Teams einheizen können und das ist eine riesige Motivation für uns alle bei Force India. Wir sind jetzt auf den Geschmack gekommen und ich würde uns gerne noch mehr Edelmetall einfahren sehen, bevor das Jahr vorbei ist."

Nachdem Force India in den vergangenen drei Rennen jeweils beide Autos in die Punkteränge und mit Perez sogar zweimal auf das Podium brachte, ist es durchaus realistisch, eines dieser Ziele auch in Österreich zu erreichen. Sergio Perez ist nach den letzten Wochen bis in die Haarspitzen motiviert. "Ich muss bei dem Gedanken an mein Podium von Baku immer noch grinsen und reise fest entschlossen nach Österreich, ein weiteres gutes Resultat einzufahren. Es gibt hier ein paar gute Überholmöglichkeiten, vor allem die Bremszone vor Kurve 2. Im Rennen sollte es also einiges an Action geben", sagte der Mexikaner.

Ich muss bei dem Gedanken an mein Podium von Baku immer noch grinsen.
Sergio Perez

Neben der aktuellen Form, sind es auch die Ergebnisse der letzten zwei Rennen in Österreich, die der Mannschaft aus Silverstone großes Selbstvertrauen geben, auch beim neunten Saisonrennen einige Punkte einfahren zu können. Nico Hülkenberg hatte in dieser Saison zwar bisher nicht das ganz große Glück auf seiner Seite, geht aber trotzdem mit einem guten Gefühl ins Wochenende: "Ich hatte hier letztes Jahr ein tolles Rennen. Das Auto funktioniert gut und wir haben seit Anfang des Jahres einen großen Schritt nach vorne gemacht. Die Strecke macht Spaß und hat einen guten Flow."

Die Statistik: Force India beim Österreich GP

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Force India 0 0 1 0 20 48
Sergio Perez 0 0 1 0 10 48
Nico Hülkenberg 0 0 0 0 10 0

Force India in Österreich: Force India zeigte in den vergangenen beiden Jahren konstant solide Leistungen auf dem Red Bull Ring. Das Team brachte in der Qualifikation immer einen Fahrer in die Top-10 und im Rennen jeweils beide Fahrer in die Punkte. 2014 sammelte Perez sogar ganze elf Führungsrunden, wenn auch nur strategiebedingt.

Sergio Perez in Österreich: Sergio Perez konnte bei seinen beiden Auftritten auf dem Red Bull Ring in den Jahren 2014 und 2015 jeweils mit den Rängen sechs und neun in die Punkte fahren. In der Qualifikation hatte der Mexikaner aber bisher seine liebe Mühe, denn ins Q3 schaffte er es bisher noch nicht.

Nico Hülkenberg in Österreich: Auch Hülkenberg kommt erst auf zwei Formel-1-Starts in Österreich. Der Deutsche konnte dabei, genau wie sein Teamkollege, die Plätze neun und sechs einfahren. Anders als Perez, schaffte Hülkenberg bisher immer den Sprung ins Q3 - 2015 überraschte er sogar mit dem fünften Platz im Qualifying.

Perez konnte 2014 auf dem Red Bull Ring einige Führungsrunden sammeln - Foto: Sutton

Die Prognose: Form bestätigen

  • Force India mit guten Resultaten auf dem Red Bull Ring
  • Potential der B-Version des Autos erst jetzt vollständig ausgeschöpft
  • Gesamtes Team nach den letzten Rennen voll motiviert
  • Fahrer wollen derzeitige Form bestätigen

Motorsport-Magazin.com meint: Die B-Version von Force Indias Boliden funktioniert um Längen besser als das Auto, mit dem Hülkenberg und Perez in die Saison gestartet sind. An Perez' aktueller Form gibt es ebenfalls nichts zu rütteln und auch Hülkenberg fährt, obwohl die Ergebnisse bisher ausblieben, auf einem sehr hohen Level. Angesichts dieser Tatsachen und der bisherigen Ergebnisse des Teams auf dem Red Bull Ring, darf mit mindestens einem Auto im Q3 und Punkteplatzierungen für beide Fahrer fest gerechnet werden. (Florian Becker)


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