Formel 1

Neue Chance für den Hinterbänkler - Alles anders: So sieht Manor 2016 aus

Manor will mit einer Umstrukturierung 2016 weg vom letzten Platz in sämtlichen Wertungen.
von Matthias Schwerdtfeger

Motorsport-Magazin.com - Bei Manor tut sich was. Zur neuen Saison soll alles anders werden. Ein Bündel von Maßnahmen in allen Teilen des Rennstalls zielt auf das Verlassen des letzten Platzes sowohl in den Rennen als auch in der Konstrukteurs- sowie der Fahrerwertung. Nachdem am Ende des Jahres 2015 null Punkte standen, kann es auch nur besser werden. Doch die neue, noch im Umbruch befindliche Struktur des Teams wirkt zumindest deutlich gefestigter als vor der vergangenen Saison. Motorsport-Magazin.com zeigt, wo schon Veränderungen stattfanden und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Der Name

2015 trat man offiziell noch als "Manor Marussia F1 Team" an, obwohl der russische Autohersteller da bereits als Finanzier ausgestiegen war. Doch das Reglement der Formel 1 besagt, dass einem umformierten Rennstall nur dann Preisgelder aus der Vorsaison zustehen, wenn er auch wie das Vorgängerteam heißt. Entsprechend konnte zum neuen Jahr auch ein neuer Name vorgestellt werden: Manor Racing. Das Chassis wird MRT heißen, das Auto also als MRT-Mercedes unterwegs sein. Passend zur Namensänderung gibt es auch ein neues Logo.

Der Urahne von Manor in der Formel 1 heißt Virgin Racing. Das Unternehmen des britischen Milliardärs Richard Branson trat ab dem Saisonauftakt 2010 mit einem eigenen Team in der Königsklasse an. Timo Glock war damals einer der beiden Fahrer. Marussia stieg später ein und der Rennstall fuhr fortan mit russischer Lizenz. Doch Ende 2014 kam es zum Insolvenzverfahren. Die Verluste waren schlicht und einfach zu hoch. Der nordirische Unternehmer Stephen Fitzpatrick sprang finanziell ein, übernahm das Team und brachte es unter dem Namen Manor Marussia für 2015 an den Start.

Der Motor

Große Hoffnungen setzt der Rennstall in den Wechsel des Motorenlieferanten: Die Power Units kommen nun aus dem Hause Mercedes und sind zudem aktuell. In der vergangenen Saison fuhr Manor mit Ferrari-Antrieben von 2014. Hinzu kam, dass durch die Turbulenzen im Winter, mit Insolvenz und Besitzerwechsel die Testfahrten komplett verpasst wurden. Manor ging mit einer leicht überarbeiteten Version des Vorjahresmodells in die Saison und hatte zum Auftakt in Australien nicht einmal betriebsbereite Boliden. Zwar wurde später immer wieder die Präsentation eines wirklich neuen Autos angekündigt, es kam jedoch nie dazu. Daran gemessen schlug sich das Team trotz null Punkten 2015 recht wacker.

Drama pur: Die Highlights der F1-Saison 2015: (02:52 Min.)

Zusätzlich zu den Mercedes-Motoren macht die neu vereinbarte technische Partnerschaft mit Williams Mut. Das Auto für die kommende Saison hat außerdem bereits die nötigen Crashtests bestanden. Bei den Testfahrten ab dem 22. Februar in Barcelona soll es planmäßig am Start sein. Damit steht Manor aktuell schon einmal deutlich besser da als zum selben Zeitpunkt 2015.

Die Personalien

Die Fahrer: Als einziges Team im gesamten Starterfeld der Formel 1 hat Manor für diese Saison noch keine Fahrer benannt. Von den Stammpiloten des vergangenen Jahres hat nur Will Stevens noch eine echte Chance, auch 2016 im Cockpit zu sitzen. Der Name Kevin Magnussen wurde ebenfalls in diesem Zusammenhang genannt. Allerdings dürfte der Däne derzeit bei Renault die größeren Chancen haben. Gerüchten zufolge steht Pastor Maldonado dort auf der Abschussliste, nachdem sein Groß-Sponsor, der venezolanische Ölkonzern PDSVA, in wirtschaftliche Turbulenzen geriet.

Sitzt am Ende wieder Will Stevens bei Manor am Lenkrad? - Foto: Sutton

Sollte auch bei Manor vor allem Geld den Ausschlag geben, dann hat vermutlich Rio Haryanto die besten Chancen. Die indonesische Regierung ist angeblich bereit, ihren Landsmann mit hohen Millionenbeträgen in die Königsklasse einzukaufen. Der US-Amerikaner Alexander Rossi, der 2015 bereits einige Male Roberto Merhi bei Manor ersetzen durfte, gilt ebenso als Kandidat. Die größten Chancen dürfte aber ein Deutscher haben: Pascal Wehrlein ist nicht nur aktueller DTM-Champion, sondern auch Mercedes-Ersatzfahrer. Der Motorenlieferant dürfte zumindest eine gewichtige Stimme bei der Fahrerwahl haben.

Die Funktionäre: Teamchef John Booth hat Manor verlassen und seine Stelle konnte bislang auch nicht neu besetzt werden. Alexander Wurz und Martin Whitmarsh sagten ab. Hier steht der Rennstall unter Zugzwang, denn ohne eine frühzeitig eingebundene Führung kann eine erfolgreiche Saison kaum gelingen. Teammanager Graeme Lowdon ging ebenfalls, nachdem es zuvor Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Rennstall-Besitzer Fitzpatrick gegeben haben soll. Stattdessen wurde der frühere McLaren-Sportdirektor Dave Ryan geholt. Zuletzt kam Ex-Ferrari-Chefdesigner Nikolas Tombazis als neuer Aerodynamik-Chef dazu.


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