Formel 1

Sichtweise eines Ingenieurs - Palmer: Fehlende Rennpraxis kein Nachteil

Jolyon Palmer wird nach einem Jahr als Ersatzfahrer 2016 zum Stammfahrer befördert. Ein Jahr Pause vom Rennfahren sei für ihn jedoch kein großes Problem.
von Haris Durakovic

Motorsport-Magazin.com - Als Ende September 2015 Romain Grosjean seinen Weggang von Lotus in Richtung Haas verkündete, kursierten einige Namen für seine Nachfolge. Dass schließlich Jolyon Palmer einen Monat später als zweiter Pilot neben Pastor Maldonado bestätigt wurde, war keine allzu große Überraschung. Schließlich absolvierte der Brite 13 der insgesamt 19 Freitagstrainings anstelle von Grosjean.

Rost angesetzt?

Palmer, der 2014 GP2-Meister wurde, fehlt es trotz aller Erfahrung mit dem E23 an Rennpraxis. Doch der Brite sieht da keinerlei Schwierigkeiten auf sich zukommen. "Wenn es ums Rennfahren und die strategischen Skills geht, dann hat man sie oder man hat sie nicht, ganz egal, ob man jetzt ein Jahr lang nicht Rennen gefahren ist", sagte Palmer gegenüber Autosport. Vor dem Saisonauftakt in Australien seien Prognosen eh nicht angebracht. "Ob ich mich plötzlich etwas eingerostet fühlen sollte, werde ich erst sehen, wenn in Melbourne die Ampel ausgeht. Ich hoffe nicht."

Geisterfahrten ausgeschlossen: Jolyon Palmer - Foto: Sutton

Selbst wenn er nur in den Freien Trainings zum Einsatz kam, habe er vieles gelernt. "Das Rennfahren ist dir in die Wiege gelegt und vom Strategischen her war ich 2015 schon sehr eingebunden", sagte Palmer. "Es war sehr nützlich, bei allem mithören zu dürfen und sogar in Entscheidungen eingebunden zu werden. Es ist gut, die Sichtweise eines Ingenieurs zu kennen."

Differenzierte Sichtweise

Im Gegenteil, mit dem einen Jahr in der Box und am Kommandostand habe er eine differenziertere Sichtweise auf das Renngeschehen als manch ein Fahrer. "Wenn du fährst, kannst du nicht verstehen, was jemand am Kommandostand alles durchleben muss", sagte er.

Dennoch steht neben den üblichen Saisonvorbereitungen einiges an Arbeit vor dem jungen Briten. "Ich habe noch einiges zu lernen. Ich werde Rookie sein, ich hatte weder einen Rennstart noch bin ich eine gesamte Renndistanz gefahren. Daher werde ich viel Zeit in der Fabrik im Simulator verbringen. Das wird eine sehr intensive Zeit."


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