Beim vorzeitigen Ferrari-Jahresabschluss in Mugello ließ Kimi Räikkönen mit einem interessanten Vergleich seines Ex-Teamkollegen Fernando Alonso mit seinem neuen Partner Sebastian Vettel aufmerken. "Es gibt jetzt keine Politik mehr wie in der Vergangenheit und ich bin sicher, das hilft dem ganzen Team", sagte der Finne.

Knapp eine Woche später geht der Iceman auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com ins Detail. "Was gibt es da zu erklären?" fragt Räikkönen zunächst nur zurück, lacht und schiebt seinen Lieblingsspruch hinterher: "Es ist wie es ist." Dann folgt eine für die Verhältnisse des Ferrari-Stars ausführliche Antwort. "So fühlt es sich zumindest für mich an. Ich denke, das Team ist viel enger zusammengerückt und wir arbeiten besser zusammen. All die Veränderungen nach dem vergangenen Jahr waren richtige Entscheidungen und sind in die richtige Richtung gegangen", sagt Räikkönen.

Die Atmosphäre bei Ferrari stimmt wieder -
Die Atmosphäre bei Ferrari stimmt wieder -Foto: Ferrari

Arbeitete bei Ferrari zuvor also nicht jeder in dieselbe Richtung? "Ich denke, das Team arbeitet einfach besser als ein Team. Das werden dir alle bestätigen, wenn du fragst. Das ist einer der großen Gründe, warum die Resultate besser werden", stellt Räikkönen gegenüber Motorsport-Magazin.com klar.

Räikkönen will mit Ferrari 2016 zurück an die Spitze

2015 laufe bei der Scuderia einfach alles besser, sagt Räikkönen: "Es gab einen Plan, dem jeder gefolgt ist und der uns dahin gebracht hat, wo wir jetzt sind. Natürlich ist noch viel Arbeit zu erledigen, um genau da zu sein, wo wir sein wollen. Aber wir haben einen guten Job gemacht und bewegen uns Stück für Stück in die richtige Richtung."

Dennoch seien einige Dinge zu verbessern, wolle man in die gewünschte Position gelangen. "Auf viele Art und Weise war meine Performance dieses Jahr besser - aber noch immer nicht, wo ich sein möchte. Das tut manchmal weh, aber so ist es eben in der F1. Wenn du einen Fehler machst, zahlst du den Preis. Wir haben einige Rennen nicht beendet und haben Fehler gemacht - auch ich. Es gab ein paar Probleme mit dem Autos. Das müssen wir alles minimieren - egal, wer die Fehler macht. Der Speed ist da. Wir müssen das nur in Resultate umsetzen. Dann bekommen wir, was wir verdient haben. Ich bin sicher, dass wir es schaffen können und nächstes Jahr bessere Entscheidungen treffen und Resultate erzielen. Wir haben alle Mittel, um zurück an die Spitze zu kommen", sagt Räikkönen.

Noch liegt der Fokus allerdings auf dem laufenden Jahr. Ferrari möchte die Saison auf einem Hoch, also idealerweise mit Siegen beenden. Das sei zwar möglich, aber nicht garantiert. "In der Vergangenheit waren wir hier schnell. Aber ich erwarte keine Wunder. Wir waren dieses Jahr schnell, aber wo wir genau sein werden hängt auch von den Bedingungen ab", sagt Räikkönen über den bevorstehenden Brasilien GP.

Räikkönen: Vollgas für die Fans, nicht für den WM-Platz

Speziell nach dem Finali Mondiali fühlt sich der Finne in der Pflicht, den Tifosi einen Grund zum Feiern zu geben. "Wir versuchen immer unser Bestes zu geben. Nicht nur für uns, sondern auch für die Fans. Wir haben ja viele Fans. Es war ein schönes Event. Aber das verändert nicht, wie wir das Wochenende angehen. Wir geben immer das Maximum. Wenn wir ein gutes Wochenende haben ist es gut für sie - dann sind sie glücklicher", sagt Räikkönen.

Um das Ergebnis im Gesamtklassement geht es ihm allerdings nicht mehr. Zuletzt hatte Valtteri Bottas den Iceman nach einer neuerlichen Berührung zwischen den Finnen in Mexiko vom vierten WM-Rang verdrängt. Doch Räikkönen gibt ohnehin nicht viele auf diese Positionen: "Es verändert nicht mein Leben. Ich versuche das beste Ergebnis zu holen. Aber wir reden hier über Platz vier oder Platz fünf in der Meisterschaft ... Der erste Platz zählt! Der Rest ist ... okay .. es ist schön so weit vorne wie möglich zu sein ... aber niemand wird sich erinnern, ob du Fünfter, Sechster oder Siebter geworden bist."