Formel 1

Williams bestätigt Abschied von Wolff - Susie Wolff beendet ihre Karriere im Motorsport

Susie Wolff macht Schluss: Die Schottin beendet zum Ende des Jahres ihre Karriere bei Williams. Nicht nur das: Wolff zieht sich gar komplett zurück.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Big news mitten in einer F1-freien Woche: Williams-Testfahrerin Susie Wolff beendet zum Jahresende nicht nur überraschend ihre Laufbahn bei Williams, sondern zieht sich sogar komplett aus dem Motorsport zurück. Das bestätigte das Team aus Grove am frühen Mittwochmorgen.

Ihr Feedback und Wissen über das Auto waren ein wichtiger Teil unser jüngsten Entwicklung.
Claire Williams

Teamchefin Claire Williams dazu: "Es war eine Freude, diese Jahre mit Susie zu arbeiten und ihre Entwicklung als Fahrerin im Team zu sehen. Ihr Feedback und Wissen über das Auto sind ein wichtiger Teil unser jüngsten Entwicklung gewesen und wir sind traurig, sie gehen zu sehen. Wir wollen ihr für all ihre Mühen danken und wünschen ihr das Beste für die Zukunft. Natürlich werden wir Susie und Felipe beim Race of Champions unterstützen. Wir hoffen, dass Susie ein tolles Wochenende hat, um das letzte Mal das wir sie sehen in Erinnerung zu behalten."

Susie Wolff nimmt Abschied vom Motorsport: (01:22 Min.)

Ich möchte mich bei Williams für die Chance, die sie mir in den vergangenen Jahren gegeben haben, bedanken. Das hat mir erlaubt, dass sich mein Traum erfüllt hat, ein Formel-Auto zu fahren.
Susie Wolff

"Ich möchte mich bei Williams für die Chance, die sie mir in den vergangenen Jahren gegeben haben, bedanken. Das hat mir erlaubt, dass sich mein Traum erfüllt hat, ein Formel-Auto zu fahren", sagte Susie Wolff. "Es war großartige Arbeit mit jedem im Team zu arbeiten, in Grove und an der Strecke, und ich möchte allen danken, die Teil meiner Reise bei Williams gewesen sind. Jetzt schließe ich dieses Kapitel, aber freue mich schon auf die Herausforderungen der Zukunft."

Susie Wolff: Testfahrerin ja, Ersatzfahrerin nein

Susie Wolff wurde im April 2012 zur Entwicklungsfahrerin bei Williams ernannt, bevor sie Anfang des Jahres 2015 zur offiziellen Testfahrerin aufstieg. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie in ihrer vorherigen Rolle durch Arbeit im Simulator bereits an den Rennboliden FW35 bis FW37 mitgearbeitet. Zudem teste Wolff im Training zum Deutschland GP 2014 erstmals im Rahmen eines Rennwochenendes. Es war das erste Mal seit zwanzig Jahren, dass eine Frau an einem Grand-Prix-Wochenende teilnahm.

Wegen der Ereignisse am Anfang des Jahres und des gegenwärtigen Umfelds der Formel 1, wird es nicht passieren.
Susie Wolff

Als Ersatzfahrerin wurde die Frau von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei Williams allerdings nicht auserkoren. Stattdessen verpflichtete das Team zuletzt Adrian Sutil für die Position, als sich Stammfahrer Valtteri Bottas bei Australien GP verletzt hatte. Das gab nun offenbar den Ausschlag für ihre Entscheidung, sich zurückzuziehen. "Mit 13 Jahren wurde die Formel 1 mein Traum und Ziel. Ich wollte es und habe sehr hart gekämpft, es in diese Startaufstellung zu schaffen. Aber wegen der Ereignisse am Anfang des Jahres und des gegenwärtigen Umfelds der Formel 1, wird es nicht passieren.

So viel im Leben hat mit Timing zu tun, besonders in meiner Welt. Für mich ich ist jetzt die Zeit gekommen, meinen Helm an den Nagel zu hängen", begründete Wolff in einer Kolumne bei der Huffington Post. Angedeutet hatte die Schottin ihre Entscheidung ohnehin bereits Ende August.

MSM TV - F1: Adrian Sutil im Interview: (5:26 Min.)

Susie Wolff will Vorbild für junge Mädchen sein

"Denke ich, dass die Formel 1 für eine konkurrenzfähige Rennfahrerin, die auf höchstem Level abliefern kann, bereit ist? Ja. Denke ist, dass es für eine Frau erreichbar ist? Sehr wahrscheinlich. Denke ich, dass es bald passieren wird? Leider nicht", ergänzte Wolff. Ein Problem sei auch, dass einfach zu wenige Mädchen im Kartsport aktiv seien und ihnen ein Vorbild fehle.

"Diese Probleme möchte ich angehen. Ich will etwas zurückgeben und der nächsten Generation helfen. Ich habe versucht, anders zu sein, ich will andere inspirieren, es genauso zu machen", sagte Wolff. Dazu möchte die 32-Jährige nun gemeinsam mit der MSA (Motor Sports Association) eine Initiative starten, die Frauen im Motorsport fördern soll.

Zum Weltfrauentag: Frauen im Motorsport: (01:03 Min.)


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