Der Entschluss der Red Bull-Teamführung, dem Italiener Vitantonio Liuzzi bei seinem Heim-Grand Prix in Imola und den darauf folgenden Rennen in Spanien und Monaco eine Renn-Chance zu geben, bedeutete für Christian Klien bislang, dass er an den kommenden drei Grand Prix-Wochenenden überhaupt nicht zum Fahren kommt, weil er vom Reglement her nicht als Freitags-Tester in Frage kommt.

Die entsprechende Regel besagt, dass nur jene Fahrer für den Freitags-Job in Frage kommen, die in den letzten zwei Jahren weniger als sechs Grand Prix bestritten haben. Doch wie die Salzburger Nachrichten vermelden, sucht Red Bull Racing nun eine Lösung in Form einer kurzfristigen Regeländerung. Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz erklärte gegenüber der Tageszeitung: "Mit der betreffenden Regel wollte man verhindern, dass ältere Fahrer jüngeren die Plätze verstellen. In unserem Fall wird diese Regel doch genau kontraproduktiv."

Und so soll Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner bereits die Unterschriften der neun Konkurrenzteams erbitten, um der obersten Motorsportbehörde FIA einen möglichst einstimmigen Antrag vorlegen zu können. Laut dem Bericht soll RBR fest mit einer Bewilligung rechnen, denn man habe "noch keine Vorkehrungen für einen anderen Freitagsfahrer getroffen". Die Red Bull-Junioren Scott Speed und Neel Jani würden aufgrund ihres Einsatzes in der neuen GP2-Serie und der damit verbundenen Doppelbelastung nicht zur Verfügung stehen. Die GP2, die Nachfolgeserie der Formel 3000, feiert in Imola im Rahmen des Formel 1-Grand Prix ihre Premiere.

Für Christian Klien würde die angestrebte Regeländerung wohl eine große Erleichterung darstellen - denn so käme er wenigstens an den GP-Freitagen zum Fahren, und dies aufgrund des Rundengeizes sogar ausgiebiger als in seinem Stammcockpit. Er wäre an den Grand Prix-Weekends nicht mehr nur, wie geplant, als passiver Berater in die Entwicklung des RB1-Cosworth involviert.

Apropos Cosworth - in dem Gespräch mit den SN gab Dietrich Mateschitz auch ein Bekenntnis zum derzeitigen Motorenlieferanten Cosworth ab. Man sei mit der Leistung des Aggregats "hoch zufrieden", der neue Eigner Kevin Kalkhoven habe ein "junges und ambitioniertes Team" installiert. Cosworth würde daher "eine Alternative für die Zukunft" darstellen. Tatsächlich gilt der neue Cosworth-V10 als einer der stärksten Motoren im Formel 1-Felde. Red Bull Racing, für 2006 auch mit Ferrari, BMW und Honda im Gespräch, könnte demnach auch im kommenden Jahr auf Cosworth setzen. Eine Entscheidung über den künftigen Motorenausrüster soll angeblich Ende April gefällt werden.