Formel 1

Historische Rennen wichtig für die F1 - Teamchefs: Traditionskurse wie Monza behalten

Die Absage des Deutschland GP war ein Schock, und auch Italien zittert um sein Rennen in Monza. Dabei sind gerade diese Traditionskurse sehr wichtig.
von Raphaela Scheidl

Motorsport-Magazin.com - Nachdem in diesem Jahr bereits der Deutschland Grand Prix abgesagt wurde, zittert aktuell auch Monza um den Verbleib im Formel-1-Rennkalender. Noch befindet sich der italienische Kurs vor den Toren Mailands im Programm für die kommende Saison. Doch ab 2017 könnte sich das ändern.

Schwierigkeiten mit der Finanzierung veranlassten Bernie Ecclestone dazu, die Organisatoren des Italien GP bereits mehrfach zu warnen. Ein Schicksal, wie jenes des Deutschland GP will man in Italien um jeden Preis verhindern.

Denn das Autodromo Nazionale in Monza gehört zu den Kursen, die sich am längsten im F1-Kalender befinden. Seit 1950 wird der Grand Prix nahezu ohne Unterbrechung dort ausgetragen. Lediglich 1980 gastierte die Formel 1 wegen Umbauarbeiten nicht in Monza.

1950 gewann Nino Farina das erste Rennen am Autodromo Nazionale in Monza - Foto: Sutton

Monza - Spa - Silverstone

Eine Tradition, die erhalten bleiben sollte, findet auch Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery: "Vielleicht bin ich etwas altmodisch, aber es gibt im Jahr ein paar wenige Rennwochenenden, die ich nie verpasst habe, als ich noch jünger war und die F1 verfolgt habe", so der Brite. "Monza ist einer dieser Events, aber auch Spa oder Silverstone."

Aber der Deutschland GP, Monza und Spa - diese Rennen sind extrem wichtig.
Toto Wolff

Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff stimmt dem zu. "Diese historischen Rennen sind wirklich wichtig für den Sport, aber natürlich braucht man die gewisse Balance. Man muss auch das Einkommen der Teams und die des Sports im generellen wahren", so der Mercedes-Boss. "Aber der Deutschland GP, Monza und Spa - diese Rennen sind extrem wichtig", so der Österreicher.

Wirtschaftlichkeit wichtig

Mir ist ehrlich gesagt egal ob wir in Deutschland, Italien oder sonst wo Rennen fahren.
Franz Tost

Beweggründe, die Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost nicht nachvollziehen kann. Für ihn steht die Wirtschaftlichkeit eines Grand Prix im Vordergrund. "Wir müssen in Ländern fahren, die sich die Formel 1 leisten können", ist die Meinung des 59-Jährigen. "Mir ist ehrlich gesagt egal ob wir in Deutschland, Italien oder sonst wo Rennen fahren."

Die Finanzierung des Monza GP liegt vor allem Hembery am Herzen. "Der Kurs ist nur 10 Kilometer von meinem Office in Mailand entfernt", so der Pirelli-Boss. "Wir unterstützen das Event, indem wir viele Gäste zu dem Rennen im September einladen. Zwischen 600 und 1.000 Leute sind es in etwa." Damit erhofft sich der Brite mehr Aufmerksamkeit und dadurch auch mehr Einnahmen für den Italien GP. "Denn offensichtlich muss das Rennen auch wirtschaftlich für den Sport funktionieren", weiß Hembery.


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