Formel 1

Ist hart, das mit anzusehen - Hamilton hat Mitleid mit McLaren

Lewis Hamilton leidet mit seinem ehemaligen Arbeitgeber McLaren. Das Team hinkt in der aktuellen Saison den eigenen Ansprüchen und der Konkurrenz hinterher.
von Matthias Schwerdtfeger

Motorsport-Magazin.com - Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton empfindet Mitleid für McLaren. Es sei hart, beim derzeitigen Niedergang des Teams in der Königsklasse zuzusehen. Obwohl die beiden ehemaligen Weltmeister Jenson Button und Fernando Alonso für den Rennstall fahren, kamen in den neun Rennen dieser Saison bislang erst fünf Punkte zustande. Zehn Ausfälle hatte McLaren 2015 bereits zu verkraften.

Besitzer Ron Dennis im Infight mit Eddie Jordan

"Wir wissen alle, dass es schwierig für sie ist in diesem Jahr. Es ist ein großartiges Team, das schon so viel Erfolg hatte und dessen Teil ich für eine lange Zeit war", sagte Hamilton. McLaren hat den derzeit in der WM-Wertung Führenden schon unterstützt, als er noch im Kart unterwegs war und später bis in die Formel 1 begleitet. Von 2007 bis 2012 saß Hamilton im F1-Cockpit des Rennstalls und holte 2008 den Titel.

Seit er weg ist, hat das Team kein einziges Rennen mehr gewonnen. Der ehemalige Formel-1-Manager Eddie Jordan hatte jüngst kritisiert, McLaren behaupte immer noch arrogant, Hamilton werde den Tag noch bereuen, an dem er den Rennstall verlassen hatte. McLaren-Besitzer Ron Dennis liefert sich unter anderem deshalb derzeit eine verbale Schlammschlacht mit Jordan.

Doch Hamilton selbst glaubt an eine mögliche Rückkehr von McLaren an die Spitze der Königsklasse. "Sie haben einen großartigen Ron Dennis, großartige Ingenieure und einen Teamspirit, der sie vielleicht wieder nach vorne bringen wird. Momentan sieht es düster aus, aber hoffentlich ist da Licht am Ende des Tunnels", so der 30-Jährige.

Sein ehemaliger Teamkamerad Jenson Button, heute noch für McLaren am Start, sagte, der Rennstall sei momentan in einer schwierigen Position. "Wir behalten aber alle unser Lächeln. Uns gegenseitig runterzuziehen wird nicht helfen", meinte Hamiltons Landsmann. Sein Fahrer-Kollege Fernando Alonso ergänzte: "Wir wussten, dass das erste Jahr mit Honda schwierig wird, aber ich bin immer noch optimistisch, dass wir das Auto verbessern können. Wir bewegen uns schon in die richtige Richtung. Mit den aktuellen Regeln sind uns aber ein wenig die Hände gebunden."

Honda soll Kultur-Wechsel vollziehen

McLaren Renndirektor Eric Boullier hat unterdessen von Honda einen Kultur-Wechsel gefordert. Die Japaner versuchten die aktuellen Probleme ausschließlich mit eigenem Personal zu lösen. Da dies jedoch nicht gelinge, solle der Hersteller - entgegen seinen Gepflogenheiten - nach externen Experten suchen, kritisierte der Franzose.


Weitere Inhalte:
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video