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Formel 1

Viele haben Verträge - Hockenheim 2016: Ecclestone pfeift auf Vertrag

Bernie Ecclestone gibt aktuell keine feste Zusage für ein Rennen 2016 in Deutschland. Sowohl Nürburgring als auch Hockenheim kontern den Formel-1-Zampano.
von Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Die Saga um den Deutschland GP geht in die nächste Runde. Das Rennen für 2015 wurde nach dem ewigen Hin- und Her zwischen dem Nürburgring und der Ausweichvariante Hockenheim nun endgültig abgesagt. Das ist aber nicht nach dem Geschmack von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, weshalb es von seiner Seite noch keine finale Bestätigung für das Rennen in Hockenheim 2016 gibt. Dabei interessiert es den Briten auch nicht, dass Hockenheim einen Vertrag hat. "Das macht keinen Unterschied. Viele Leute haben Verträge", sagte Ecclestone am Freitag.

Das macht keinen Unterschied. Viele Leute haben Verträge.
Bernie Ecclestone

Vor kurzem sprach Motorsport-Magazin.com exklusiv mit dem Chef des Hockenheimrings, Georg Seiler. Er zeigte sich ob der Rennen 2016 und 2018 optimistisch. "Für diese Rennen haben wir einen Vertrag und diesen wollen wir erfolgreich erfüllen", so Seiler. Auch in Hinblick auf diese geplanten Events war es dem Hockenheimring zu riskant, ein so kurzfristiges Projekt wie das Rennen 2015 noch in Angriff zu nehmen. "Wir haben bereits massiv Zeit für den Vorverkauf der Tickets verloren, und wenn nachher nur 30-40 Tausend Menschen an der Strecke sind, hat das sicher auch einen Image-Schaden hinsichtlich der Rennen 2016 und 2018 am Hockenheimring."

Gibt es 2016 auch kein Rennen in Deutschland? - Foto: Sebastian Knost

Ecclestone rechtfertigt hohe Antrittsgelder

Am Freitag brachte sich schließlich auch Carsten Schumacher, Geschäftsführer der Capricorn Nürburgring GmbH in die Gespräche ein. Er sagte dem SID, dass er zwar grundsätzlich an die Möglichkeit eines Formel-1-Rennens in Deutschlang glaubt, aber nicht zu den gegebenen Rahmenbedingungen. "Der Sport muss attraktiv genug sein, um wieder 80.000 Leute an die Strecke zu holen", meinte Schumacher: "Wenn das wieder der Fall ist, kann man auch die aufgerufenen Antrittsgebühren refinanzieren."

Die Teams bekommen 62 Prozent der Unternehmens-Einnahmen, sollten wir also weniger Geld einnehmen, bekommen auch die Teams weniger Geld.
Bernie Ecclestone

Ecclestone gestand ein, dass die Kosten eines Formel-1-Rennens möglicherweise zu hoch sind. Gleichermaßen rechtfertigte er die hohen Renngebühren. "Die Teams bekommen 62 Prozent der Unternehmens-Einnahmen, sollten wir also weniger Geld einnehmen, bekommen auch die Teams weniger Geld", erklärte der Formel-1-Zampano. Zumal Länder - wie auch Deutschland - horrende Summen für andere Sportveranstaltungen wie Olympische Spiele, Schwimm-Meisterschaften und vieles mehr ausgeben würden.

Auch den Nürburgring und die Schulden-Krise kritisierte Ecclestone scharf. "Das Problem in Deutschland war, dass der Nürburgring unglaublich viel Geld ausgegeben hat, das zuvor geliehen wurde", begann Ecclestone. "Sie hätten nicht ausgeben müssen, was sie ausgegeben haben und entsprechend auch nicht so viel Geld leihen müssen." Durch die fehlende Rückzahlung stünde nun alles in einem schlechten Licht.


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