Formel 1

Zwei Aufgaben sind zuviel - McLaren-Probleme: Ist Ron Dennis überfordert?

David Coulthard vermutet ausgrechnet Ron Dennis selbst als eine Ursache der großen Probleme bei McLaren. So begründet der Schotte seine steile These.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Der Saisonstart steht unmittelbar vor der Tür und alle Zeichen deuten darauf hin, dass sich McLaren erneut nicht aus dem Abwärts-Strudel der vergangenen Jahre befreien wird. Zu sehr plagten Probleme und Defekte den Traditionsrennstall und seinen neuen Motorenpartner Honda bei den Wintertestfahrten. Doch Renndirektor Eric Boullier beteuert unablässig: "Das Paket ist besser, als es scheint."

Deshalb ist es wirklich unheimlich, was da gerade abgeht. Das ist sehr untypisch für McLaren. Sie haben jetzt schon seit Jahren einen ziemlich schlechten Lauf.
David Coulthard

Eine Einschätzung, die angesichts der mannigfaltigen Baustellen, nur die wenigsten Experten teilen. Doch woher rühren die Probleme? David Coulthard jedenfalls war sehr überrascht zu beobachteten, wie schlecht sein ehemaliges Team bei den Wintertestfahrten abschnitt. "Ich kann die ganze Situation und die Schwierigkeiten, die sie hatten, einfach nicht fassen", sagt der Schotte im Guardian.

Coulthard: Ron Dennis überfordert

Anfängliche Probleme seien zu erwarteten gewesen, doch sei er davon ausgegangen, McLaren und Honda hätten genug Zeit gehabt, ein gutes Auto für 2015 zusammenzubauen. "Sie hatten ein zusätzliches Jahr, um ihren Motor zu entwickeln", sagt Coulthard. Honda habe bereits während der Saison 2014 - als auch Ferrari und Renault in Problemen versanken - hinter den Kulissen entwickelt und entsprechende Lehren gezogen.

Niemand kann für zwei unterschiedliche Sachen 100 Prozent geben. Das ist physisch unmöglich.
Coulthard über Dennis

"Deshalb ist es wirklich unheimlich, was da gerade abgeht. Das ist sehr untypisch für McLaren. Sie haben jetzt schon seit Jahren einen ziemlich schlechten Lauf", sagt Coulthard. Einen potentiellen Auslöser will der Schotte ausgerechnet in Perfektionist, Teamchef und McLaren-CEO Ron Dennis ausgemacht haben. Coulthard zufolge habe sich Dennis mit seinen Posten an der Spitze der McLaren Group, in der Vermarktung der Straßenautos und des Formel-1-Teams Unmenschliches aufgehalst.

"Niemand kann für zwei unterschiedliche Sachen 100 Prozent geben. Das ist physisch unmöglich", urteilt Coulthard. Den Schotten beschäftigt jedoch noch eine zweite Sorge: die Finanzen. "Wo sind die Sponsoren auf dem Auto?", fragt Coulthard.

Briatore glaubt an Honda

Flavio Briatore glaubt unterdessen fest an einen Aufschwung - finanziell wie sportlich. "Die Japaner werden alle menschlichen und finanziellen Ressourcen investieren, um sicherzustellen, dass der Motor konkurrenzfähig ist - und das McLaren-Chassis wird mit Sicherheit wettbewerbsfähig sein", sagt Briatore bei Sky Sport 24.


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