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Formel 1

Ferrari: Die Wachablöse hat bereits begonnen...

Designer Rory Byrne wird sicher nur noch bis Ende 2006 bei Ferrari bleiben. Der neue F2005 stammt bereits aus der Feder seines Nachfolgers...
von Michael Noir Trawniczek

Motorsport-Magazin.com - Sechs Jahre lang, seit 1999, hat die Scuderia Ferrari jedes Jahr die Konstrukteurswertung der Formel 1-Weltmeisterschaft gewonnen. Und seit dem Jahr 2000 gab es immer nur einen Sieger in der Fahrerwertung – Michael Schumacher. Die Ferrari-Dominanz - eine beispiellose Erfolgsserie. Das Rezept hört sich einfach an: Konstanz. Seit Jahren sitzt in Maranello ein Quartett an den Hebeln: Teamchef Jean Todt, Technikdirektor Ross Brawn, Konstrukteur Rory Byrne und Motorenchef Paolo Martinelli. Während bei der Konkurrenz immer wieder Köpfe rollen, wird bei der Scuderia in aller Ruhe das erfolgreiche Fahrzeugkonzept weiterentwickelt...

Doch alles hat ein Ende – und so findet derzeit auch hinter den Ferrari-Kulissen eine Wachablöse statt. Die Verträge der vier Schlüsselfiguren laufen allesamt per Ende 2006 aus. Dann wird Michael Schumacher 38 Jahre alt sein - durchaus möglich, dass er dann noch eines oder zwei weitere Jährchen anhängt. Einer dieser "fantastischen Vier" wird aber sicher am Ende der Saison 2006 in den Ruhestand treten – Rory Byrne, jener Konstrukteur, der bislang für die erfolgreichen roten Renner verantwortlich zeichnete...

Dass Byrne die Ferrari-Kommandobrücke verlassen wird, ist schon länger bekannt – der Südafrikaner hat jetzt aber gegenüber dem Autosport-Magazin klipp und klar erklärt, dass er nur noch die zwei Jahre seines Vertrages erfüllen wird.

Die Scuderia hat sich längst schon auf den Abgang von Byrne vorbereitet – schon der neue Ferrari F2005 stammt nicht mehr aus seiner Feder, sondern aus jener von Aldo Costa, seinem Nachfolger. "Aldo und ich haben die Rollen getauscht. Er hat viele meiner Aufgabengebiete übernommen und ich überwache alles", verriet Rory Byrne der Gazetta dello Sport. Der 44jährige Aldo Costa hat eine steile Karriere hinter sich – nur 18 Monate nach seiner Promotion an der technischen Universität von Bologna hat er bei Minardi als Chefdesigner angeheuert, Ende 1995 wechselte er dann zu Ferrari.

Der neue Costa-Ferrari soll erst beim dritten oder gar erst beim fünften Grand Prix der neuen Saison sein Debüt feiern, davor wird man mit einer B-Version des erfolgreichen F2004 antreten. Einen großen Unterschied darf man aber nicht erwarten – auch der F2005 wird dem konservativen Erfolgskonzept treu bleiben. Ross Brawn hat bereits angedeutet, dass man auch beim neuen Ferrari "keine Experimente wagen" wird...