Formel 1

Lang vs. Kurz - Grosjean und Räikkönen: Unterschiedliche Autos

Lotus war am Freitag in Abu Dhabi erster Red-Bull-Verfolger. Doch technische Probleme verzerrten das Bild. Räikkönen setzt auf kurz, Grosjean auf lang.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Motorsport-Magazin.com-Experte Christian Danner sagte es bereits in aller Deutlichkeit: "Grosjean ist 1:43,6 mit harten Reifen gefahren. Da muss ich ganz ehrlich sagen: Nicht schlecht, Herr Specht!" Lotus scheint in Abu Dhabi erster Red-Bull-Verfolger zu sein. Im ersten Freien Training konnte Grosjean sogar die Bestzeit in den Asphalt brennen. Doch Alan Permane will das nicht überbewerten. "Wir haben heute zwei unterschiedliche Sessions gesehen. Die erste hat bei Tageslicht und sehr hohen Streckentemperaturen stattgefunden, die zweite bei deutlich repräsentativeren Bedingungen, wie wir sie auch während des Qualifyings und des Rennens erwarten."

Wir hatten dann auch noch Vibrationen, nach denen wir sehen mussten.
Romain Grosjean

Am Vormittag konzentrierte sich Lotus deshalb vor allem darauf, das richtige Grundsetup zu finden, Details hätten noch wenig Sinn gemacht. "Wir haben in FP1 nur sehr limitiert am Setup gearbeitet - wir haben uns eher auf die Bodenfreiheit als auf die Fahrzeugbalance fokussiert - und in FP2 haben wir dann die normalen Arbeiten auf beiden Reifenmischungen durchgeführt", erklärt Permane die genaue Herangehensweise.

Dass für Grosjean in der Nachmittagssession nicht mehr als P12 heraussprang lag daran, dass dem Franzosen während des Trainings eine Bremsscheibe brach. Deshalb setzte er seine Bestzeit auch auf dem Medium-Reifen, der wohl deutlich mehr als eine Sekunde langsamer ist als der weichere Compound. Doch die gebrochene Bremsscheibe war nicht Grosjeans einziges Problem. "Wir hatten dann auch noch Vibrationen, nach denen wir sehen mussten, aber das ist nicht das Ende der Welt", relativierte er umgehend.

Das kurze Chassis fühlt sich hier okay an, aber ich konnte keinen back-to-back Test mit der langen Version fahren.
Kimi Räikkönen

Während Grosjean wie in den vergangenen Rennen auf den E21 mit langem Radstand vertraut, greift Kimi Räikkönen auf die ältere Variante zurück. "Er wollte den kurzen Radstand wieder probieren, weil er dachte, dass die Charakteristik gut zu dieser Strecke passt", so Permane. Über das Resultat ist sich der Finne noch nicht ganz im Klaren. "Das kurze Chassis fühlt sich hier okay an, aber ich konnte keinen back-to-back Test mit der langen Version fahren, deshalb ist es schwer zu sagen, welche Variante besser ist."

Informationen von Lotus zufolge wird Räikkönen somit wohl auch das restliche Wochenende mit dem kurzen Radstand fahren. "Das war heute ein normaler Freitag. Abgesehen von etwas Untersteuern fühlt sich das Auto hier besser an als zuletzt, aber wir haben für das Qualifying noch Raum für Verbesserungen", sagte der Lotus-Pilot nach dem Freien Training.


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