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Formel 1

Gute Nachricht: Die Reifen halten - 2. Training: Vettel sticht Rosberg aus

Das gewohnte Bild im 2. Training zum Deutschland GP: Red Bull und Mercedes an der Spitze. Wegen Boykott-Drohung interessanter: Was machen die Reifen?
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 bereitet sich mit Volldampf auf den Großen Preis von Deutschland vor. Im 2. Freien Training am Nürburgring stand wieder einmal Reifen- und Setuparbeit im Fokus, nachdem die Piloten vormittags auf den Einsatz der weichen Reifen verzichtet hatten. Glück für Fahrer und Fans: Wieder war kein Regen in Sicht, die Strecke entsprechend gut besucht.

Die Positionen: Sebastian Vettel setzte die Bestzeit im 2. Training: 1:30.416 Minuten auf den weichen Reifen und damit gut eine Sekunde schneller als Lewis Hamiltons Top-Zeit (1:31.754 Minuten) der 1. Session. Während der Brite nachmittags nicht über Platz acht hinauskam, hing Mercedes-Kollege Nico Rosberg auf Platz zwei Top-Timer Vettel im Nacken - 0,235 Sekunden Rückstand. Hinter Mark Webber auf P3 reihte sich das Lotus-Duo Romain Grosjean und Kimi Räikkönen ein. Fernando Alonso auf Platz sechs fehlten rund sechs Zehntelsekunden auf Vettel. Felipe Massa lag dicht hinter seinem spanischen Teamkollegen. Adrian Sutil auf Platz elf, Nico Hülkenberg wurde mit zwei Sekunden Rückstand auf Landsmann Vettel 15.

Vettel an der Spitze - Foto: Sutton

Die Reifen: Die Pirellis sind das große Thema auch in der Eifel. Die gute Nachricht vorweg: Erneut explodierten keine Reifen, ein Fahrer-Boykott rückt in weite Ferne. Im 1. Training waren die Fahrer ausschließlich auf der Medium-Mischung unterwegs, nachmittags kamen erstmals die schnelleren, weichen Reifen zum Einsatz. Auch die Soft-Mischungen verfügen nun über einen Kevlar- statt eines Stahlrings in der Karkasse. Zwischen Medium und Soft besteht ein Zeitunterschied von rund einer Sekunde, wie das 2. Training offenbarte. Und: Die weiche Mischung ist anscheinend für mindestens zwei schnelle Runden gut, einige Fahrer konnten ihre Zeiten beim zweiten Run nochmals verbessern. Bei den Longruns zu beobachten: Die härtere Mischung macht über längere Distanz einen sehr konstanten Eindruck.

Die Technik: Vormittags war Romain Grosjean mit dem DRD-System von Lotus unterwegs, nachmittags verzichtete das Team auf dessen Einsatz und verplombte die Lufteinlässe neben der Airbox wieder. Fraglich, ob Lotus im Qualifying und Rennen auf den komplizierten Speed-Boost setzt, beim Silverstone-Rennen war Räikkönen nicht allzu zufrieden. Ferrari bastelte an den vorderen Bremsen herum und experimentierte mit einem offenen System, nachdem es zuletzt zu Temperaturproblemen mit den Reifen kam.

Die Zwischenfälle: "Leave me alone" mal anders: Räikkönen berichtete zu Beginn der Session von Problemen mit dem Teamfunk. Mercedes schraubte kurz vor Trainingsbeginn eifrig an der Frontpartie von Rosbergs Silberpfeil, der sich kurze Zeit später über starkes Untersteuern beschwerte. Sutil war auf den weichen Reifen etwas zu schnell unterwegs und rasselte eingangs Start/Ziel ins Kiesbett, schaffte es aber aus eigener Kraft wieder auf die Strecke. Jules Bianchi hatte Schwierigkeiten anderer Art: Der Marussia-Rookie musste einen Großteil des Trainings wegen Magenbeschwerden aussetzen, drehte gerade einmal zehn Runden.

Nürburgring: Das Wetter hält - Foto: Sutton

Das Wetter: Trocken, aber bewölkt. Auch im 2. Training hatte der Wettergott ein Einsehen mit der Formel 1 und verzichtete auf Regen. Rund 19 Grad Außentemperatur und 27 Grad Streckentemperatur sollten ungefähr die Verhältnisse für den weiteren Verlauf des Rennwochenendes wiederspiegeln, etwas höhere Temperaturen werden am Rennsonntag erwartet.

Die Analyse: Gewohntes Bild an der Spitze: Red Bull und Mercedes machen die vorderen Positionen unter sich aus, daran dürfte sich auch im Qualifying nichts ändern. Die weichen Reifen sind bei diesen Witterungsbedingungen etwa eine Sekunde schneller als ihre Medium-Pendants und sollten in Sachen Abbau und Graining keine allzu großen Probleme bereiten. Ferrari scheint noch nicht ganz bei der Musik zu sein, Alonso und Massa haben deutlichen Rückstand auf die Top-Teams. Sollte sich das Wetter nicht schlagartig ändern, ist am Nürburgring mit keiner allzu gravierenden Änderung der aktuellen Hackordnung zu rechnen.


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