Lange wurde über eine Änderung der aktuellen Reifen diskutiert. Zunächst hieß es, Pirelli würde in Kanada einen komplett neuen Reifen mitbringen. Die Italiener wollten zwei Probleme lösen: Bei den vergangenen Rennen löste sich die Lauffläche vom Kern der Reifen ab, es kam zur sogenannten Delaminierung des Reifens. Wegen Sicherheitsbedenken wurde deshalb die Konstruktion der Hinterreifen überarbeitet. Aber auch die Zahl der Boxenstopps wurde sogar Pirelli zu inflationär, folglich sollte auch die Reifenmischung überarbeitet werden.

Die Ablösung der Lauffläche soll der Vergangenheit angehören -
Die Ablösung der Lauffläche soll der Vergangenheit angehören -Foto: Sutton

Von den geplanten Änderungen bleibt allerdings nur die neue Reifenkonstruktion übrig. Diese kommt in Kanada auch noch nicht zum Renneinsatz, sondern wird lediglich in den ersten beiden Trainings getestet. Der Grund ist einfach: "Wir wollen den Teams die Möglichkeit geben, Setup und Balance in Verbindung mit der neuen Konstruktion zu testen", erklärte Pirelli im Rahmen eine Telefonkonferenz. Die Italiener gehen davon aus, dass die Teams mit dem neuen Reifen zufrieden sein werden und wollen ihn beim übernächsten Rennen in Silverstone das ganze Wochenende einsetzten.

Wie Pirelli Motorsportchef Paul Hembery, Technischer Leiter Maurizio Boiocchi und Racing Manager Mario Isola offenbarten, handelt es sich bei der Konstruktion des neuen Hinterreifens um eine geringfügige Änderung der 2011er und 2012er Generation. Aus diesem Grund erwarten sie wenig Gegenwind bei der Einführung. Gegenwind gab es aber, weil der Reifenausrüster die Gummimischung ändern wollte. "Wir wollten die härtere Mischung noch etwas härter machen, um auf Nummer Sicher zu gehen", versuchte Pirelli die Änderung zu rechtfertigen.

Mischung durfte nicht verändert werden

Weil eine solche Änderung aber für den Fall, dass auch nur ein einziges Team sich dagegen ausspricht, nicht erlaubt ist, musste Pirelli dieses Vorhaben begraben. "Weil manche Teams ihre Autos speziell für diese Reifenmischungen konstruiert haben, wäre es unfair, während der Saison die Mischung zu ändern. Wir haben deshalb bei den neuen Hinterreifen versucht, die Änderungen so geringfügig wie möglich ausfallen zu lassen."

Dass Mercedes einen Vorteil mit den neuen Reifen haben wird, bestritt Paul Hembery vehement. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, Mercedes habe bei den Reifen-Tests nach dem Spanien GP bereits den Kanada-Reifen getestet, erklärte Hembery, dass der Test Mitte Mai lediglich für die 2014er Generation war und fügte hinzu: "Wir haben daran gearbeitet, Delaminierungen in Zukunft zu verhindern, diese Entwicklungsarbeit fand aber ausschließlich auf Prüfständen statt, nicht auf der Teststrecke. In Kanada werden die neuen Reifen somit zum ersten Mal auf der Strecke getestet."