Formel 1

Melbourne fließt davon - Quali am Sonntag - Da war doch mal was...?

Vor Melbourne wurde das Qualifying erst zwei Mal in der F1-Geschichte auf den Sonntag verschoben. Beide Male war Japan der Ort des Geschehens.
von Marion Rott & Kerstin Hasenbichler

Motorsport-Magazin.com - Ein müdes Lächeln hier, ein gelangweilter Blick da. Man konnte deutlich in den Gesichtern der Piloten ablesen, was sie von den immer wiederkehrenden Verschiebungen hielten. Statt endlich auf die Strecke zu gehen, sich mit den Gegnern zu messen, waren sie in ihren Boliden gefangen. Den Fans vor Ort und vor den TV-Schirmen ging es nicht besser. Dabei wurde mit Spannung das erste Qualifying der Saison erwartet.

Erst zwei Mal in der F1-Geschichte

Wer fährt auf Pole Position? Wie stark ist Mercedes wirklich? Wer kommt mit den Reifen am besten zurecht? Gibt es prominente Ausfälle? Fragen über Fragen - nur Antworten gab es keine. Als der Rennleitung klar wurde, dass Petrus noch länger die Himmelsschleusen geöffnet hält, blieb nur noch ein Ausweg - das Qualifying abzubrechen. Eine Entscheidung, die schwerfiel - erst zwei Mal zuvor wurde sie getroffen.

Beide Male war Japan der Ort des Geschehens. 2004 raste ein Taifun auf das japanische Festland zu. Windgeschwindigkeiten von über 170 km/h und schwere Regenfälle veranlassten die Teams ihre Kommandostände wieder abzubauen und sämtliches Equipment in Sicherheit zu bringen. Die Strecke wurde nach dem Freien Training gesperrt, das Qualifying abgesagt. Weit weniger dramatisch ging es 2010 zu.

Mit einem Bootsrennen vertrieb man sich am Samstag die Zeit - Foto: Red Bull

Vor drei Jahren hieß es für Teams, Fahrer und Fans eineinhalb Stunden Warten und Tee trinken. Die Piloten vertrieben sich die Zeit mit Karten spielen und Papier-Schiffchen bauen, die sie dann auf dem Fluss durch die Boxengasse nach unten trieben ließen. Red Bull war besonders kreativ und baute einen speziellen Energie-Bomber. Am Sonntag hieß es dann: Qualifying die Zweite. Sebastian Vettel wird sich gerne an diesen Tag in Suzuka zurückerinnern, immerhin knallte er in 1:30.785 Minuten die Bestzeit in den Asphalt.

Nur Stunden später machte der Deutsche den Tag für Red Bull perfekt, indem er zum ersten und bisher einzigen Mal in seiner Karriere Pole Position und Sieg an einem Tag feierte. Ein gutes Omen? Am Sonntag in Melbourne könnte Vettel das Kunststück nochmals gelingen. "Sebastian war auf Bestzeitkurs, als wieder die gelben Flaggen herauskamen", bescheinigte Helmut Marko nach dem Qualifying-Abbruch.


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