Sebastian Vettel ist immer für eine Überraschung gut. In der letzten Saison verblüffte er Anhänger, Journalisten und Weggefährten mit extravagant gestalteten Rennhelmen. Auch in Australien zog Vettel wieder einige Blicke auf sich. Diesmal mit einer Miniaturausgabe von Queen Elizabeth auf seinem Boliden. Mit dem Grund, warum es gerade die Queen sein musste, wollte der Red-Bull-Star nicht so recht rausrücken. "Die Queen ist ein Gag, da gibt es keinen besonderen Hintergrund", teilte er den versammelten Pressevertretern mit.

Klare Worte fand er allerdings, als es um die in diesem Jahr neugestaltete Fahrzeug-Front seines Boliden ging. "Ich kenne kein Tier mit so einer hässlichen Nase", antwortete Vettel auf die Frage, ob ihm vielleicht noch Vergleiche aus dem Tierreich einfallen. "Aber es ist ja kein hässliches Auto, sondern eher ein hässliches Reglement. Für uns Piloten ist es nicht so schlimm, aus dem Auto sieht man die Nase ja nicht. Nächstes Jahr wird es dann wahrscheinlich auch abgeschafft."

Dass er zusammen mit fünf weiteren Weltmeistern auf Titeljagd geht, lässt den 24-Jährigen im Gegensatz zur schreibenden Zunft vergleichsweise kalt. "Das lässt sich schön schreiben. Wenn man an der Ampel steht, ist es einem aber egal, ob der neben dir Weltmeister ist oder war - oder auch nicht. Es geht darum, seinen Nebenmann zu schlagen." Das hat sich Vettel auch für die kommende Saison als Ziel gesetzt: "Ich will bis zum Schluss um den Titel mitfahren und ihn am besten auch verteidigen."

Die Befürchtung, dass Red Bull seine Vormachtstellung wegen des Verbots des angeblasenen Diffusors einbüßt, hat Vettel nicht. "Wir haben viel Grip verloren, vor allem auf der Hinterachse", erklärte er. "Aber da gewöhnt man sich dran. Es ist jetzt ein bisschen rutschiger und man kommt ein bisschen schneller ans Limit." Das jetzige Fahrverhalten des Autos sei ihm jedoch keinesfalls unbekannt. "Bis zum letzten Jahr sind wir Autos gefahren, die keinen angeblasenen Diffusor hatten. Es ist also nichts komplett Neues", sagte Vettel.