Mark Webber konnte in der Vorsaison lediglich ein Rennen gewinnen. Da dies jedoch der letzte Grand Prix des Jahres in Brasilien war, ging die Saison für den Australier doch noch versöhnlich zu Ende und er konnte aus diesem Triumph viel Kraft für die kommenden Aufgaben beziehen.

Persönlich gönnte sich Webber nach der harten Saison eine ausgedehnte Auszeit im australischen Queensland. "Das war die längste Pause, die ich in den letzten zehn Jahren hatte und es war großartig, wiedermal etwas Zeit mit Freunden verbringen zu können. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass so lange untätig zu sein auf Dauer nichts für mich wäre", verriet Webber.

Die abgestuften Nasen - das Thema, das Fans und Journalisten während der Winterpause wohl am meisten bewegt hat, lässt auch Webber nicht kalt. "Es wurde viel über die neuen abgestuften Nasen berichtet und sie sind definitiv nicht besonders schön. Es ist schade, dass das neue Reglement auf diese Art und Weise interpretiert wurde, aber ich denke, wir werden uns an den neuen Anblick rasch gewöhnen", sagte der Red Bull-Pilot.

Im Kampf um die Weltmeisterschaft hat Webber naturgemäß die Rivalen der Vorsaison auf dem Zettel und warnt Red Bull davor, sich aufgrund der Erfolge der letzten beiden Jahre zurückzulehnen. "Es ist großartig, dass wir den aktuellen Level erreicht haben, doch es bedarf nur einer Kleinigkeit, um von der Spitze verdrängt zu werden", weiß Webber.

Stärken und Schwächen

Das wahre Kräfteverhältnis werde sich laut dem Australier naturgemäß erst in Melbourne zeigen. "Zum aktuellen Zeitpunkt wissen wir wirklich nicht, ob wir genug getan haben. Was wir bei den Testfahrten gesehen haben ist, dass alle Teams - auch wir - Stärken und Schwächen aufweisen." Am letzten Tag der Testfahrten verfolgte Webber gemeinsam mit Adrian Newey wie Fernando Alonso seinen Ferrari um die Strecke bewegte und machte dabei eine interessante Beobachtung.

"Jeder weiß, dass Adrian der Beste ist, was Entwerfen von Formel-1-Autos angeht. Aber er versteht auch ganz genau, wie ein Fahrer mit dem Auto umgeht und sieht mit den gleichen Augen, wie es der Pilot tut. Für Ungeübte ist es sehr schwierig, den Unterschied zwischen den Fahrstilen der einzelnen Fahrer festzustellen. Wir beobachteten Fernando und kamen zu dem Schluss, dass wir beide dasselbe gesehen haben, das ist schon faszinierend", verriet Webber.