Sebastian Vettel verpasste beim Finale in Brasilien zwar seinen zwölften Saisonsieg, blieb angesichts Platz zwei in Interlagos und 122 Punkten Vorsprung auf Jenson Button in der WM-Endabrechnung allerdings sehr entspannt. "Das war ein tolles Saisonende mit dem Doppelsieg für Red Bull", freute er sich über Mark Webbers ersten Triumph in diesem Jahr. "Natürlich hätte ich lieber gewonnen und keine Probleme gehabt, aber es war eine tolle Saison." Getriebeprobleme hatten in Sao Paulo dazu geführt, dass Vettel seinen Teamkollegen in der 30. Runde überholen lassen musste, nachdem der Heppenheimer zuvor souverän geführt hatte.

"Zu Saisonbeginn dachten wir, konkurrenzfähig zu sein und Rennen zu gewinnen", blickte Vettel zurück. "Aber es lief phänomenal, das Team hat praktisch keine Fehler gemacht." Von Brasilien einmal abgesehen, kam Vettel in der Tat äußerst zuverlässig durch die Saison. Die KERS-Probleme beim RB7 waren nach den ersten Siegen schnell vergessen. "Im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahren hatten wir immer ein tolles Niveau", so Vettel. Es habe an jedem Rennwochenende Spaß gemacht, die Red-Bull-Box an der Strecke zu betreten. "Die Jungs haben immer ein Lächeln im Gesicht", bedankte er sich auch bei der Truppe aus Milton Keynes für ein weiteres erfolgreiches Jahr.

"Egal, ob F1, Tourenwagen oder Berufsleben - wenn es Spaß macht, ist es einfach", grinste der 24-Jährige."Selbst als Gast erkennt man in der Box, dass wir Spaß haben und mit viel Leidenschaft dabei sind. Wir wissen, dass es sich am Ende auszahlt." Lange Zeit hatte Red Bull die Saison dominiert, erst im zweiten Teil machte McLaren einen deutlichen Schritt nach vorn und fuhr insgesamt sechs Siege ein. "McLaren war gegen Saisonende fast gleichauf", meinte Vettel. "Am Ende wurde es enger, ich glaube nicht, dass ein Auto deutlich vorn lag." Doch der WM-Stand würde eine deutliche Sprache sprechen. "Das zeigt, wie hart wir gearbeitet haben und immer 100 Prozent herausholten."