Nachdem Jenson Button den Japan Grand Prix gewinnen konnte, ist McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh überzeugt, dass sein Team ein Auto hat, mit dem auch in den restlichen vier Saisonrennen der Sieg geholt werden kann. In Japan halfen ein verbesserter Heckflügel und weitere kleine Updates dem Rennstall, sich ganz vorne zu platzieren und weil ausgerechnet auf der eigentlich als Red-Bull-Kurs erwarteten Strecke der Sieg drin war, geht Whitmarsh nun davon aus, dass die Saison noch ein starkes Ende für sein Team finden kann.

Die Rennen sind gewinnbar

"Wir haben ein Rennauto, und das Gefühl hatten wir schon in den letzten paar Rennen, mit dem wir gewinnen können. Das haben wir über diese letzten fünf Rennen gesagt: sie sind immer noch gewinnbar", erklärte Whitmarsh. Dass McLaren die Rennen auch gewinnen will, ist ohnehin keine Überraschung. Interessant ist für den Rennstall noch der Kampf um den zweiten Platz in der Fahrer-Weltmeisterschaft, auch wenn sowohl Button als auch Lewis Hamilton nicht so sehr daran interessiert sind, sich um Rang zwei zu streiten.

Auch Whitmarsh stimmte zu, dass es nicht besonders inspirierend ist, nur noch um den Vizetitel zu fahren. "Aber wir müssen uns darauf konzentrieren, denn die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft scheint bei den ersten vier Positionen einigermaßen entschieden zu sein. Für uns geht es nun um Rennsiege und darauf werden wir vorrangig schauen. Wir gewinnen gerne Rennen und das war unser vierter Sieg dieses Jahr. Wenn wir die nächsten vier auch gewinnen, dann können wir es als halb annehmbare Saison abhaken."

Es geht um den Stolz

Noch ein kleiner Teilerfolg wäre es für ihn, wenn McLaren die Pole-Serie von Red Bull in diesem Jahr durchbrechen könnte. In Japan war das Team bereits knapp dran und es war für den Teamchef eine Enttäuschung, es nicht geschafft zu haben. "Wir hatten das Gefühl, wir hätten die Pole holen können. Es gibt keine Punkte dafür, so gesehen ist da nichts zu holen. Es geht nur um unseren Stolz. Aber wir möchten eine oder zwei Pole Positions, bevor die Saison vorbei ist und wir möchten gerne noch vier weitere Siege, wenn wir das schaffen können."

Sollte McLaren seine Pläne in die Tat umsetzen können, hieße das für Whitmarsh aber nicht automatisch, dass man 2012 ein Titelkandidat ist. Am aktuellen Auto wird nun nur mehr sehr wenig gemacht, die Konzentration liegt auf dem nächsten Jahr. "Auf dem Spielfeld wollen wir einfach nur Rennen gewinnen. Psychologischer Auftrieb? Ich weiß nicht, wie viel der bringt, aber ich glaube nicht sehr viel. Wenn dein Auto zu Beginn des Jahres schnell genug ist, wirst du Rennen gewinnen und wenn nicht, dann wirst du Probleme haben. Wir müssen sicherstellen, dass wir zu Beginn des nächsten Jahres schneller sind", betonte Whitmarsh.

Button fuhr das richtige Rennen

Großes Lob gab es für Button, der nach Meinung des Teamchefs am Sonntag das genau richtige Rennen fuhr, indem er zu Beginn auf die Reifen achtete und am Ende genug Benzin sparte, um als Erster ins Ziel zu kommen. Denn gerade das Benzin machte Sorgen. "Ich denke, er fuhr das richtige Rennen. Man muss nur um eine Sekunde gewinnen; unter solchen Umständen muss man nicht um Sekunden gewinnen. Jenson fuhr gut. Er lupfte und rollte an verschiedenen Punkten des Rennens. Er jagte nicht und hing in niemandes Diffusor fest. Es geht gegen die Intuition eines Rennfahrers, wenn er ein Auto vor sich hat und glaubt, er kann es einholen, es dann aber nicht einholt. Das sind aber die Reife und die Intelligenz, die Jenson aufbringt, wenn es um das Rennfahren geht."