"Ich glaube, dass wir nächstes Jahr ebenso erfolgreich sein können", meinte Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko am Sonntag in Suzuka. Kurz zuvor hatte Sebastian Vettel mit dem dritten Platz im Rennen seine zweite Weltmeisterschaft nach Hause gefahren und sich damit zum jüngsten Doppel-Weltmeister der bisherigen Formel-1-Geschichte gemacht. Marko wirkte vorerst einmal etwas nüchtern analysierend, statt groß feierlich.

"Es wird schon noch gefeiert, das kommt heute Abend. Man darf in der Formel 1 aber nie stillstehen, sonst wird man sofort zurückgereicht", sagte der Grazer. Deswegen stand erst einmal die Analyse an, immerhin hatte Red Bull in Japan nicht gewonnen, wobei Marko anmerkte, dass das Rennen unglücklich gelaufen war. "Wir waren bei den Stopps nicht in üblicher Form. Alle Stopps waren über drei Sekunden, normal sind sie unterhalb. Auch die Ein- und Ausfahrt war nicht optimal, das war der Grund, warum wir nicht gewinnen konnten", erklärte er.

Button hatte gerade genug Benzin

Als das Team merkte, dass der Sieg außer Reichweite war, teilte man Vettel und auch Mark Webber mit, sie sollen nichts riskieren. Allerdings stellte sich heraus, dass Jenson Button an der Spitze Probleme mit dem Sprit bekam, weswegen doch noch einmal aufgedreht wurde. "Er konnte aber kontern und hatte gerade genug Benzin, um ins Ziel zu kommen." Für den Gewinn der Fahrer-Weltmeisterschaft genügte es aber trotzdem, womit man laut Marko jenes Ziel erreicht hatte, das man sich zu Jahresbeginn gesteckt hatte. "Das ist einfach die Bestätigung. Wir analysieren nüchtern, warum wir heute nicht gewonnen haben."

Schließlich will Red Bull Racing auch in den vier ausstehenden Rennen auftrumpfen und die Leistung dann bis zum nächsten Jahr halten. "Dafür wird genauso hart gearbeitet wie in den vergangenen zwei Jahren", betonte Marko. Denn nach Titel Nummer zwei soll auch Nummer drei folgen, ein wenig gefeiert darf aber trotzdem werden. "Wir warten auf die technische Abnahme und dann geht es los", sagte Marko.

Das Telefon spinnt

Er bezeichnete die anstehende Feier aber eher als lustiges Zusammensein, bei dem man die Saison noch einmal Revue passieren lässt und den Erfolg genießt. "Das große Fest ist dann angesagt, wenn auch die Konstrukteurs-WM gewonnen ist. Das sollte dann Ende der Saison in Österreich stattfinden." Eine Sache war in Suzuka übrigens gar nicht bei Red Bull gelaufen - Kontakt mit Oberboss Dietrich Mateschitz konnte Marko am Sonntag nämlich nicht gleich herstellen. "Mein Telefon spinnt hier, ich bin noch nicht zum Telefonieren gekommen."