Nach dem Singpaur GP scheint der Weltmeister-Titel für Jenson Button und McLaren in weite Ferne gerückt zu sein. Um den Titel dennoch zu holen, müsste der Brite alle noch ausstehenden Rennen gewinnen, während Sebastian Vettel in allen GPs punktelos bleiben müsste - ein unmögliches Unterfangen. Dennoch reist die Mannschaft aus Woking optimistisch nach Japan. Nach dem starken Erdeben im März diesen Jahres möchten Lewis Hamilton und Jenson Button ein klein wenig Normalität zurück bringen.

"Ich liebe Japan und der Japan GP ist eines meiner Highlights der Saison", freut sich Lewis Hamilton auf das Rennen im Land der aufgehenden Sonne. "Ich hoffe, dass der Japan GP der Welt erfolgreich zeigen kann, dass das Land stark ist und sich nach den schrecklichen Ereignissen im März selbst wieder aufbauen kann." Für den Briten, der seit dem Singapur GP nicht mehr Weltmeister werden kann, zählen ab sofort nur noch Siege.

Daher möchte der McLaren-Pilot auch in Japan mit einem Erfolg glänzen. "Wir wissen, dass Red Bull stark sein wird, aber auch wir haben ein sehr schnelles Auto und wir können es auf verschiedenen Strecken zum Funktionieren bringen", hofft Hamilton. "Es ist eine Strecke, die eine harte Fahrweise benötigt, um eine gute Rundenzeit zu erzielen." Für Hamilton, der beim vergangen Nachtrennen erneut mit seiner harten Art für Furore sorgte, genau richtig.

"Suzuka ist eine weitere High-Downforce-Strecke, auf der wir unsere Stärken ausspielen sollten", erklärt der Brite. "Die Wetterbedingungen im Herbst in Japan sind ziemlich unberechenbar - wir haben schon gesehen, dass es sonnig und heiß sein kann oder kalt und nass." Im vergangenen Jahr wurde das Qualifying nach heftigen Regenfällen sogar auf den Sonntag verschoben, was Hamilton jedoch keine Sorgen macht. "Ich nehme alle Bedinungen, solange ich Rennen fahren kann."

Button mit Heimvorteil?

Teamkollege Jenson Button fährt in Japan einen halben Heim-GP. Buttons Freundin Jessica Michibata ist gebürtige Japanerin, was den Briten besonders mit dem Land verbindet. "Ich halte Japan für meine zweite Heimat - es ist ein Ort, der mir sehr am Herzen liegt und natürlich wird es sehr emotional für mich, dort zum ersten Mal seit den Ereignissen im März ein Rennen zu fahren", sagte Button vor dem Rennwochenende. "Für alle in Japan sage ich: Ganbatte!"

Durch das Rennen möchte Button die Normalität nach Japan zurück bringen und die Menschen dort moralisch unterstützen. "Ich denke es wird ein großartiges Rennen für alle", so der McLaren-Pilot, der aber auch den eigentlichen Sinn des Japan-Wochenendes nicht aus den Augen verliert. "In den letzten Rennen haben wir gezeigt, dass wir eine gute Pace haben und dass wir das Team sind, was em ehesten gegen Red Bull kämpfen kann."

Button verbindet viel mit Japan - nicht nur Freundin Jessica Michibata, Foto: Sutton
Button verbindet viel mit Japan - nicht nur Freundin Jessica Michibata, Foto: Sutton

Allerdings gesteht der Brite auch ein, dass die Streckencharakteristik Red Bull entgegen kommen sollte, obwohl McLaren auch in Belgien eine gute Performance zeigen konnte. "Wir haben unseren Top-Speed verbessert und einen effizienteren Heckflügel für das Qualifying", so Button. "Also denke ich, dass wir für das Wochenende gut aufgestellt sein sollten."

Teamchef Martin Whitmarsh hofft derweil, dass die Verbesserungen am MP4-26 auch in Suzuka funktionieren werden, nachdem der Brite schon in Singapur zufrieden war. "Wir gehen die letzten Rennen mit der ungetrübten Entschlossenheit an zu gewinnen, damit die WM so lange wie möglich interessant, spannend und unberechenbar bleibt", ließ Whitmarsh verlauten, wollte aber auch das schreckliche Erdbeben nicht vergessen: "Es ist selbstverständlich, dass wir an diesem Wochenende mit all den Menschen in Japan in unseren Köpfen und Herzen fahren."