Die 24h Qualifiers auf der berühmten Nürburgring-Nordschleife, gleichzeitig auch das vierte Rennen der Nürburgring Langstreckenserie (NLS) wurden am Samstag von einem schweren Unfall mit Todesfolge überschattet.
Wie Motorsport-Magazin.com gestern Abend berichtet hat, war der gebürtige Finne Juha Miettinen bei einem Unfall mit sieben beteiligten Fahrzeugen tödlich verletzt worden. Das wurde vom veranstaltenden ADAC Nordrhein am Samstagabend gegen 20:00 Uhr in einem offiziellen Statement bestätigt.
"Trotz der unmittelbar eintreffenden Hilfe konnten die Notfallmediziner nach der erfolgten Bergung aus dem Fahrzeug den beteiligten Pilot Juha Miettinen (BMW 325i, #121) nicht retten. Der Fahrer verstarb im Medical Center, nachdem alle Reanimationsversuche erfolglos blieben", hieß es
Weitere beteiligte sechs Piloten wurden zur vorsorglichen Untersuchung in das Medical Center an der Rennstrecke sowie umliegende Krankenhäuser gebracht. Es bestand angeblich für keinen von ihnen Lebensgefahr. Ein ADAC-Sprecher betonte am Sonntag auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com, dass sich keiner der Verletzten mehr in einem der Krankenhäuser befinden würde, sondern diese schon am Samstagabend wieder verlassen hätten.
Renn-Veranstalter ADAC leitet Fall an die Polizei weiter
Dagegen hatte der 66 Jahre alte Miettinen keine Chance, jegliche Hilfe kam für den Skandinavier zu spät. Zu der Unfallursache gab es bisher keine offiziellen Aussagen. Experten vermuten aber, dass an der Unfallstelle im Streckenabschnitt Klostertal/Steilstrecke auslaufende Betriebsmittel wie Öl Auslöser der Massenkarambolage gewesen sein könnten. Dafür spricht auch die Tatsache, dass dort warnende Flaggensignale gezeigt wurden.
Die Spitze des Teilnehmerfeldes hatte in der dritten Runde den Unfallbereich passiert - auch um dabei erste Überrundungen vorzunehmen. Auf Fotos, deren Herkunft zweifelhaft ist, wird dokumentiert, wie einige leistungsmäßig starke Rennwagen in dem Fahrzeugknäuel ineinander verkeilt an der Streckenbegrenzung gestrandet waren. Der ADAC als Veranstalter hat - wie in solchen Fällen üblich - die Polizei informiert, die ihrerseits den Vorfall an die Staatsanwaltschaft für weitere Ermittlungen weitergeleitet hat.
Miettinen war trotz seines Amateurstatus ein erfahrener Nordschleifenkenner, der seit über sieben Jahren an Rennen der VLN/NLS teilgenommen und dabei insgesamt acht Klassensiege erzielt hat.
Anteilnahme der NLS-Gemeinschaft am Nürburgring
Neben dem Veranstalter und weiteren Beteiligten kommentierten auch BMW ("Wir haben ein Mitglied der BMW-Rennfamilie unter tragischen Umständen verloren, und unsere Gedanken sind mit seiner Familie und Freunden") und der Automobil-Weltverband den tragischen Unfall: "Die FIA bedauert es zutiefst, von dem Tod von Juha Miettinen nach einem Vorfall im ersten Rennen der ADAC 24h Nürburgring-Qualifikationen zu erfahren. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden sowie bei allen an dem Event Beteiligten."
Auch der vierfache Formel-1-Weltmeister Max Verstappen, dessen Partner, der DTM-Zweitplatzierte 2025, Lucas Auer, den Start gefahren war, meldete sich am gestrigen Abend noch zu Wort: "Ich bin geschockt von dem, was heute passiert ist. Motorsport ist etwas, das wir alle lieben, aber in Zeiten wie diesen werden wir daran erinnert, wie gefährlich er sein kann. Mein aufrichtiges Beileid für Juhas Familie und Freunde."
Wie vom ADAC angekündigt, gedachte die Startaufstellung und weitere Involvierte am heutigen Sonntag rund 20 Minuten vor dem Rennstart (13:00 Uhr) des zweiten Quali-Laufes über vier Stunden dem tragisch verstorbenen Juha Miettinen sowie seinen Hinterbliebenen.



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