In Felipe Massa brodelte es. "Er ist mir bei 200 km/h auf der Geraden hinten gegen das Rad gefahren", verstand der Brasilianer selbst einige Zeit nach dem Rennen die Welt nicht mehr. Mit "Er" ist Lewis Hamilton gemeint, mit dem Massa schon im Qualifying aneinander geraten war. "Er versteht es nicht, obwohl er für ein Problem bezahlt", giftete Massa. "Es ist wichtig, dass die FIA sich seine Manöver ansieht und ihn auch bestraft, denn er denkt scheinbar nicht darüber nach."

Die Stewards sprachen eine Durchfahrtsstrafe gegen Hamilton aus, die dessen Teamchef Martin Whitmarsh als hart ansah. "Es war ein frustrierender Tag für ihn, aber er fuhr mit großer Entschlossenheit und zeigte einige fantastische Überholmanöver", meinte Whitmarsh. Eines davon ging jedoch schief, wie Massa sicherlich bestätigen wird.

Aggressiv oder blöd?

"Zu sagen, dass das zu aggressiv war, ist Quatsch - das war einfach nur blöd", kritisierte Christian Danner gegenüber Motorsport-Magazin.com. Auch Kai Ebel fand die Aktion nicht in Ordnung: "Er wurde ja nicht umsonst bestraft – da würde ich mir mehr Einsicht wünschen", sagte er uns. "Button zeigt, wie man mit weniger Aggressivität mehr Punkte sammeln kann. So kann es nicht weiter gehen. Vielleicht muss Lewis sein aggressives Engagement etwas überdenken."

Hamilton selbst ging auf den Unfall nicht ein. "Für mich war dieses Wochenende eine verpasste Gelegenheit", sagte er. "Es machte mir Spaß, nach meiner Strafe von hinten Autos aufzuschnupfen, aber es war natürlich wieder frustrierend, von hinten vorfahren zu müssen." Viele Gedanken macht er sich darüber aber nicht. "Wie üblich lasse ich das hinter mir und freue mich schon auf Suzuka." Der zweite Platz seines Teamkollegen Jenson Button macht ihm Hoffnung, dass er in Japan wieder um den Sieg mitfahren kann.