Mit einer Länge von 7,004 Kilometern ist Spa-Francorchamps nicht nur der längste Kurs im Formel 1-Rennkalender, er gilt auch als einer der schwersten und fordernsten Strecken der Königsklasse. Dennoch kommen alle Fahrer gerne nach Belgien und bezeichnen den Traditionskurs häufig als ihre Lieblingsstrecke. Aufgrund der Lage in den Ardennen und dem hügeligen Streckenlayout ist oft von der 'Ardennen-Achterbahn' die Rede.

Spa-Francorchamps gilt als Highspeed-Strecke, was die Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 240 km/h unterstreicht. Aus diesem Grund wird bei der Fahrzeugabstimmung normalerweise der Flügel flach gestellt. Da es in dieser Saison jedoch den verstellbaren Heckflügel gibt, könnten die Teams zu einem Setup mit etwas mehr Abtrieb tendieren. Das könnte besonders für die Reifen schonend sein.

Lieblingsstrecke der Piloten

Für den meisten der Formel 1-Fahrer ist die belgische Ardennen-Achterbahn die Lieblingsstrecke im Rennkalender. "Ich liebe diesen Ort einfach", gibt Force India-Pilot Adrian Sutil zu. "Es ist nirgendwo wie hier und die Reihe an Kurven fühlt sich in einem Formel-1-Auto so beeindruckend an." Ein Großteil der Akteure sind daher mit einem Lächeln im Fahrerlager anzutreffen.

Jerome D'Ambrosio hat in Spa sogar sein Heimrennen zu absolvieren. "Es wird ein besonderes Wochenende für mich und meine Fans und ich werde versuchen, jeden Moment zu genießen", sagte der Belgier, der den Traditionskurs ebenfalls als seine Lieblingsstrecke bezeichnet. "Ich werde das Wochenende in Belgien genießen, da es eine großartige Strecke ist und Eau Rouge ist meine Lieblingskurve", erzählt auch Pastor Maldonado.

Kein DRS in der Eau-Rouge

Aus Sicherheitsgründen darf das DRS nicht in der Eau-Rouge eingesetzt werden -, Foto: Sutton
Aus Sicherheitsgründen darf das DRS nicht in der Eau-Rouge eingesetzt werden -, Foto: Sutton

Als bekannteste und gefährlichste Kurve der Formel 1, gilt die Eau-Rouge, ein steiles Bergauf-Stück, was die Fahrer mit Vollgas und rund 300 Stundenkilometer durchfahren. Dabei wirken Kräfte von bis zu 4g auf die Piloten und ihre Boliden. Die starke vertikale Beschleunigung ist eine besondere Belastung für Motor und Getriebe. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Abtastpunkte in den Tanks so gewählt sind, dass die Pumpen jederzeit versorgt werden. Aus Sicherheitsgründen hat die FIA den Einsatz des Drag Reduction Systems, also des verstellbaren Heckflügels, in diesem Streckenteil verboten. Auf 4400 Metern der Strecke, das entspricht 63 Prozent der Runde, darf das DR-System aktiviert werden.

Das Teilstück zwischen der La Source-Haarnadel und der Les Combes stellt das längste Vollgas-Stück der Saison dar. 23,5 Sekunden bleiben die Formel 1-Piloten hier auf dem Gaspedal und haben wenigstens ein wenig Verschnaufpause, bevor es rechts in die Les Combes geht. Auf keiner anderen Strecke ist die Belastung der Motoren daher so hoch wie in Spa. Ein weitere Mutkurve ist die 'Pouhon', eine Doppellinks, die mit 240 km/h im fünften Gang durchfahren wird. Auch hier wirken bis zu 3,75g auf die Fahrer.

Spa und der Regen

Mit Regen sollte in Spa immer gerechnet werden - selbst im Hochsommer -, Foto: Sutton
Mit Regen sollte in Spa immer gerechnet werden - selbst im Hochsommer -, Foto: Sutton

Ein Faktor, der auch in Spa nie vergessen werden sollte, ist das Safety-Car. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent kommt es im Rennen zu einer Gelbphase. Durchschnittlich 1,4 Mal kam das Führungsfahrzeug in der Vergangenheit pro Rennen zum Einsatz. Durch die vielen Highspeed-Passagen werden die Fahrzeugteile es im Falle eines Unfalls besonders weitläufig verteilt, was die Sicherheitsphase notwendig macht.

Besonders berüchtigt ist die Gegend rund um Spa-Francorchamps auch für ihre unvorhersehbaren Wetterbedingungen. Innerhalb weniger Minuten kann sich das Wetter von schönstem Sonnenschein zu sintflutartigen Regenfällen entwickeln. Für Freitag und Samstag ist auch am kommenden Wochenende Niederschlag vorhergesagt. Eine Regenwahrscheinlichkeit von 20% für den Rennsonntag heißt jedoch lange nicht, dass es auch wirklich trocken bleibt...