Renault-Teamchef Eric Boullier fand in den vergangenen Tagen einige kritische Worte zu Nick Heidfeld. Er sei nicht der Anführer, den man sich gewünscht habe und er bringe nicht das, was man erhofft habe, sagte der Franzose etwa. Für Heidfeld selbst kam diese Kritik ein wenig überraschend. "Man wundert sich da natürlich, denn ich komme im Team mit allen klar, ich habe ein gutes Standing und meine Leistungen dieses Jahr sind in Ordnung. Bei Punkten bin ich leicht vor Vitaly. Man probiert das [die Kritik] schnell woanders hin zu packen, es bringt nichts, darüber nachzudenken", sagte er.

Da mittlerweile bereits darüber spekuliert wird, Heidfelds Zukunft könnte in der DTM liegen, da sein ehemaliger Arbeitgeber BMW dort einsteigt und Mercedes als anderer ehemaliger Arbeitgeber bereits dort ist, betonte Heidfeld noch einmal, dass er sein Bestes für ein Cockpit nächstes Jahr gebe. "Es hängt viel davon ab, wie es Robert [Kubica] geht, den Rest kann ich ohnehin nicht beeinflussen. Ich werde um Punkte kämpfen, so oft es geht und will dem Team helfen, um Punkte für die Konstrukteurs-WM zu kämpfen", meinte Heidfeld.

Es ist erst Halbzeit

Das Ziel von Renault war es zu Jahresbeginn, Mercedes zu schlagen, das wird für den Deutschen zwar immer unwahrscheinlicher, trotzdem will er dieses Ziel beibehalten. "Es ist erst Halbzeit, sie sind nicht zu weit weg. Wenn wir gute Verbesserungen finden, können wir hoffentlich gegen sie kämpfen." Aktuell ortet Heidfeld jedenfalls nicht die Pace, um im Qualifying in die Top-10 zu kommen, weil es bereits länger keine Updates gab. In Spa soll sich das wieder ändern. Ob der neue, nach hinten gerichtete Auspuff dazu gehören wird, ist noch offen.

"Wir hatten einen großen Push beim nach hinten gerichteten Auspuff. Wir fahren ihn hier nicht, wir untersuchen das aber noch. Wir könnten ihn wiedersehen, ich weiß aber nicht, wie der Plan aussieht." Heidfeld wusste nur, dass es bei Renault vorwärts gehen muss, denn auch wenn die kommenden Strecken dem Team mehr liegen als der Hungaroring, wird es ohne Verbesserungen nicht nach vorne gehen. "Wir waren zu Saisonbeginn auf schnellen Strecken stark, aber unser Auto war damals auch konkurrenzfähiger und seitdem haben sich die Anderen mehr verbessert als wir", erklärte er.