Schon vor längerem hatte Lotus-Teamchef Tony Fernandes Karun Chandhok einen Renneinsatz versprochen, an diesem Wochenende ist es soweit. Auf dem Nürburgring wird der Inder seinen ersten Grand Prix für Team Lotus bestreiten. "Ich wusste schon seit längerem, dass die Möglichkeit bestand. Ich bin froh, dass Tony sein Versprechen eingehalten hat", verriet Chandhok.

Allerdings wartet auf ihn keine leichte Aufgabe, denn bis zum ersten Freien Training am Freitag auf dem Nürburgring hat er noch keine Kilometer im Trockenen abgespult. "Das war heute schon ein Unterschied. Vor allem die Pirelli-Reifen sind völlig anders als die Reifen, die ich aus dem Vorjahr kenne", erzählte Chandhok. Hinzu kamen die kühlen Temperaturen. "Es war für mich schwierig die Reifen auf Temperatur zu kriegen und auch die Bremsen machten mir Schwierigkeiten.

Bei meinem letzten Team benutzten wir ein anderes Material", so der Inder. Der Lotus-Pilot weiß, dass vor ihm noch ein langer Lernprozess liegt, immerhin zeigte er bereits vom ersten auf das zweite Training Potenzial. "Erst lag ich 2,8 Sekunden zurück, dann nur mehr 1,5 Sekunden. Morgen sollte noch eine halbe Sekunde drin sein. Ich werde mir heute mit meinen Ingenieuren die Nacht vor dem Computer um die Ohren schlagen und alle Daten durchgehen", verriet der Inder.

Kein Druck für das Qualifying

Druck macht er sich keinen. "Wenn ich völlig verloren wäre und nicht wüsste, wo die Rundenzeiten verbessern, dann wäre ich besorgt. Aber ich kenne die Bereiche, in denen ich mich noch verbessern muss", sagte Chandhok. In den Highspeed-Kurven sei er an Teamkollege Heikki Kovalainen dran, die meisten Probleme habe er beim Bremsen. "Da fehlt mir noch das Vertrauen. Generell fehlt mir einfach die Zeit im Auto", sagte Chandhok.

Der Inder wünschte, er hätte schon bei den Testfahrten Anfang des Jahres im Auto Kilometer abspulen können. Für das Qualifying hat er sich realistische Ziele gesetzt. "Ich kann nicht erwarten vor Heikkki zu stehen, aber wenn ich die anderen neuen Teams hinter mir lassen könnte, dann wäre ich schon zufrieden", verriet der Lotus-Pilot.