Timo Glock hatte zum Auftakt des Großen Preis von Deutschland wieder einmal Bekanntschaft mit der unteren Hälfte des Fahrerfeldes gemacht. Im 1. Freien Training landete der Virgin-Pilot mit acht Sekunden Rückstand auf die Spitze auf dem 23. Platz. Nach der zweiten Session lag er rund fünf Sekunden hinter dem führenden Mark Webber. "Wir sind heute Morgen nur mit den komischen, harten Reifen durch die Gegend gefahren", erklärte der Deutsche. "Die bekam man schlecht ans Arbeiten."
Ansonsten war Glock mit der Performance seines Autos nicht unzufrieden. Die weichen Reifen seien nicht schlecht gewesen, die Medium-Mischungen hätten sich als konstant erwiesen. Das zehnte Rennen der Saison steht an, doch Glock blickte schon in die Ferne - auf die Zusammenarbeit mit McLaren.
Warten auf den Windkanal
Bislang musste Virgin auf die wichtigen Daten aus dem Windkanal verzichten. Doch das soll sich bald ändern, wenn die Kooperation mit dem britischen Rennstall anläuft. "Wir hatten jetzt erste Aero-Tests und ein Windkanal-Modell wurde gebaut", verriet Glock. "Ich hoffe, dass wir Ende August im Windkanal arbeiten können. Dann wird sich etwas ergeben."
Er selbst hatte bislang zwar noch keinen persönlichen Kontakt mit McLaren, doch irgendwann würden seine Simulatoren-Tests beginnen. Durch die Partnerschaft versprach sich Glock einen neuen Kick. "Das brauche ich, um zusätzliche Motivation zu bekommen", gestand er. "So, wie es jetzt läuft, brauchen wir nicht weiter zu machen."
Auto wie in der GP2
Mehrmals hatte Glock über seine Zukunft bei Virgin gegrübelt, doch letztendlich fühle er sich im Team sehr wohl. "Die Leute hier sind alle gut", versicherte er. "Wir hatten einfach nicht das richtige Auto. Das hat uns eineinhalb Jahre lang zu schaffen gemacht."
Dass Glock vom aktuellen MVr-02 nicht gerade begeistert ist, daraus machte er keinen Hehl. "Das Fahren geht eher in Richtung GP2 im Moment, vor allem mit vollem Tank", meinte er. Auf die Frage, ob er überhaupt noch mit einem im Windkanal entwickelten Auto fahren könne, antwortete Glock scherzhaft: "Das kann ich bestimmt. Ich weiß nur nicht, ob ich mit den G-Kräften eines Red Bull klar kommen würde."



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