Ferrari konnte sich nach dem Qualifying in Silverstone über Plätze in der zweiten Startreihe freuen. Vor allem Felipe Massa zeigte, nach immer wiederkehrender Kritik, eine überzeugende Leistung in Q2, als er die Session als Schnellster beendete. Doch in der entscheidenden Sektion landete er erneut hinter seinem Teamkollegen Fernando Alonso auf Platz vier. "Zuerst habe ich in Q3 keine gute Runde erwischt, da ich ein paar Fehler gemacht habe", so der Brasilianer. "Ich dachte, ich könnte das im zweiten Run wieder gut machen, aber der Regen kam und es war nicht länger möglich."

Wenngleich Massa nun einen Satz weiche Reifen verschwendete, war er mit seiner Position durchaus zufrieden. "Dafür ist der vierte Platz positiv, vor allem, da ich in der Lage war, beide McLaren hinter mir zu halten", freute sich der Ferrari-Pilot. Alles in allem hatte er aber das Gefühl, das Auto sei konkurrenzfähig, obwohl man nur wenig Erfahrung mit vollem Tank und mit den Reifen auf die lange Distanz sammeln konnte. "Es wird etwa, wie Rennen im Dunkeln zu fahren, mit so vielen Dingen, die erst während des Rennens ans Licht kommen", verriet der Brasilianer.

Neue Teile brachten den Schub

Ähnlich wie sein Teamkollege, sieht Massa die Fortschritte des 150° Italia aber auch in den neuen Teilen, und nicht in den geänderten Regeln begründet. "Wie sonst kann man erklären, dass wir es zum ersten Mal dieses Jahr geschafft haben, auch die harten Reifen dazu zu bringen, in der korrekten Art und Weise zu arbeiten", schilderte der Vierte der Qualifikation.

Auch Teamchef Stefano Domenicali freute sich sehr, dass sich die harte Arbeit der letzten Monate offensichtlich ausgezahlt hat und man "einen positiven Schritt" gemacht und eine "gute Basis um die Arbeit für die Zukunft zu starten" geschaffen hat. "Wir müssen nun genauso weitermachen, wenn möglich, sogar mehr machen", gab sich Domenicali kämpferisch. Ein gutes Rennen sei aber auch aus dem Grund wichtig, da man an diesem Wochenende das sechzigste Jubiläum des ersten Ferrari-Sieges feiern würde. Und ein gutes Ergebnis ist nicht ausgeschlossen: "Normalerweise ist unsere Renn-Geschwindigkeit besser als die im Qualifying, daher lasst uns hoffen, dass das auch morgen der Fall ist..."

Sorgenfalten wegen Alonso

Doch der Technikdirektor Pat Fry sprach von einem sehr intensiven Qualifying, da sich das Wetter ständig änderte und man sich zudem Sorgen um Alonsos Auto machte. "Wir haben versucht ruhig zu bleiben, obwohl wir alle ein wenig besorgt waren, als wir gesehen haben, wie Fernando raus ins Gras fuhr: Es hätten irgendwelche Beschädigungen am Auto passiert sein können und mit dem Regen, der auf dem Weg war, wäre die Situation umso mehr kompliziert gewesen", schilderte Fry, der sich allerdings umsonst Gedanken machte.