Das Wetter war am Samstag in Silverstone so ziemlich an allem schuld, zumindest wenn Fahrer oder Teams auf der Suche nach einem Sündenbock waren - egal ob andere Fahrer oder Teams keine Probleme mit den Bedingungen gehabt hatten. Wie einige andere besonders unzufrieden war HRT, denn dort begann das Regen-Problem bereits im dritten Training, da sich dadurch die Setup-Arbeit für das Qualifying erschwerte. "Und im Qualifying begann es dann auch zu regnen und leider hatten wir das falsche Timing, weswegen wir keinen zweiten Run fahren konnten. Daher ist das Ergebnis recht enttäuschend", sagte HRT-Teamchef Colin Kolles.
Aufgrund der wechselhaften Verhältnisse am ganzen Wochenende hatte das spanische Team vor allem das Problem gehabt, seine neuen Teile nicht vernünftig ausprobieren zu können. Da es HRT ohnehin generell an Abtrieb fehlt, erwartete Kolles deswegen ein schwieriges Rennen, bei dem er aber zumindest beide Autos im Ziel sehen wollte. Dazu wäre es ihm am liebsten, wenn es regnete wie in Kanada, denn dann wäre vom Ende des Feldes noch etwas möglich - zumindest ein wenig.
Ricciardo muss lernen
Gar nicht entgegen kamen die Verhältnisse Daniel Ricciardo in seinem ersten Qualifying in der Formel 1. "Mit dem Wetter war es ziemlich schwierig, der erste Run war OK, da war die Strecke in Ordnung. Ich habe aber aus den weichen Reifen nicht alles raus gequetscht, mir fehlte die Erfahrung. Ich hoffte auf einen zweiten schnellen Run, aber der Regen kam. So ist es nun einmal, ich muss noch einiges lernen und hoffe, Fortschritte machen zu können", sagte der Australier.
Gerne wäre er etwas näher an seinem Teamkollegen dran gewesen, er war aber überzeugt, dass er das in Zukunft auch schaffen wird. "Wenn ich die Lücke weiter schließen kann, ist das OK", meinte er. Mit dem F111 war er eigentlich sogar ganz zufrieden und war vom Grip mit den weichen Reifen überrascht. Nun muss er nur herausfinden, wie weit er damit gehen kann. "In schnellen Kurven kann ich immer noch meinen Speed gehen. Ich denke, da gibt es Potential und wenn ich weiter offen bin und lernen will, dann werden wir uns sicher verbessern", erklärte Ricciardo, der nach wie vor eine Zielankunft anpeilte.
Liuzzi fehlte Balance
Im Gegensatz zum Australier hatte Tonio Liuzzi nicht nur mit dem Wetter zu kämpfen gehabt. Wie der Italiener ausführte, hatte er seit Freitag ein Problem mit dem Auto. "Das Handling war von Anfang an nicht gut und das Wetter half uns nicht dabei, die neuen Teile am Auto zu verstehen. Es war nicht leicht, wir hatten nicht die beste Balance im Qualifying, aber allgemein war es dann der beste Run, den wir die ganze Woche hatten, weil das Gesamtgefühl besser war", berichtete Liuzzi.

diese Formel 1 Nachricht