Drei Jahre, fünf Jahre, Vertrags-Optionen, vorzeitiger Ausstieg? Wenn es um Michael Schumachers zweite Formel-1-Karriere geht, dann brodelt die Gerüchteküche immer heftig, sobald es um die Dauer der Rückkehr geht. Zwar haben alle relevanten Personen von Anfang an immer von einem Dreijahres-Projekt gesprochen, dennoch wird gerne quergeschossen, wenn ein Satzfetzen möglicherweise eine andere Interpretation zulässt. Da Mercedes-GP-Teamchef Ross Brawn in Valencia darüber gesprochen hatte, dass Schumacher die Vertrags-Option habe, 2012 weiterzufahren, wurden die Gerüchteherde auch wieder heftig befeuert.
Deswegen durfte der Rekordweltmeister in Silverstone gleich mit der nächsten Klarstellung aufwarten. "Ich hatte immer die Option, jederzeit aufzuhören, wenn ich das wollte. Aber ich plante mit einem Ziel und einem fixierten Zeitraum. Ich habe immer gesagt, es ist ein Dreijahres-Programm und so ist es", betonte Schumacher am Donnerstag. Er meinte, er verbessere sich nach wie vor und sei nach dem Comeback noch nicht am Zenit angekommen. Zudem fühle er sich gut. "Man verbessert sich immer. In meinen ersten 16 Jahren in der Formel 1 hatte ich immer das Gefühl, dass ich mich konstant entwickle, vielleicht in kleineren Schritten als zu Anfang", sagte er.
Immer noch am Lernen
Beim Start in die zweite Karriere waren die Schritte zu Beginn ebenfalls größer, schließlich musste er sich wieder an die ganzen Arbeitsweisen gewöhnen, was ihm nun wieder leichter fällt. "Mir ist aber klar, dass ich immer noch lerne, wie ich mit dem Team arbeite und wie ich das Auto für mich zum Laufen bekomme. Das ist eine konstante Entwicklung und ich bin sicher noch nicht bei 100 Prozent, auch wenn man sagen könnte, das wird man nie sein", erklärte Schumacher.

Dass er nicht so erfolgreich wie in seiner ersten Formel-1-Karriere ist, machte ihm derweil noch keine allzu großen Sorgen. Er schätze seine Leistungs-Möglichkeiten immer anhand des Autos ein, das er habe. "Das war früher so und so ist es jetzt. Das will man maximieren. Wenn man das schafft, kann man zufrieden sein, wenn nicht, kann man unglücklich sein. Man arbeitet weiter. Man weiß, dass man nur durch Arbeit und stete Entwicklung wieder an die Spitze kommt, so wie es mir früher passiert ist. Es gibt keine Magie, um nach vorne zu kommen. Es geht um Timing, stete Entwicklung, Motivation und harte Arbeit."
Gute Ansätze
Und diese harte Arbeit sieht er bei Mercedes, weswegen er auch fest daran glaubt, dass es aufwärts gehen wird. "Es gibt gute Ansätze, die wir in der Planung haben. Eine Stufe davon wird hier zumindest probiert. Wir müssen abwarten, welche Auswirkungen die Änderungen haben werden. Ich würde behaupten, dass wir in der Analyse und Umsetzung nicht ganz so treffend gearbeitet haben, deswegen wäre es jetzt vermessen, große Prognosen aufzustellen", sagte er. Am Freitag wird Mercedes dann schauen, wie die neuen Teile mit dem Auto harmonieren und wie gut sie schon entwickelt sind. Dann kommt die Entscheidung zum Einsatz oder zum weitere Feintuning. "Das spielt eine große Rolle, wie sich das Wochenende entwickeln wird." Sollte es regnen, hielt er ein Podest aber für möglich - im Trockenen dafür nicht.
Generell rechnete Schumacher aber nicht damit, dass die Regel-Änderungen beim Diffusor sich groß auf die Rangordnung im Feld auswirken werden, auch wenn er sich gerne überraschen lässt. Seine Meinung zu Regeländerungen allgemein war gespalten. Einerseits verstand er, dass die Formel 1 im Rahmen gehalten werden muss, weil sie sonst irgendwann nicht mehr fahrbar wäre und die Strecken ständig umgebaut werden müssten, um für die immer höheren Geschwindigkeiten sicher genug zu sein.
Regeländerungen kosten Geld
"Aber wir reden auch immer von Kosteneinsparungen in der Formel 1 und dann fangen wir immer wieder an, Regeln zu ändern. Man muss sich vorstellen, jede Regeländerung kostet Geld", betonte er. So müsse dann immer wieder nachgebessert werden und Leute müssten daran arbeiten, um alles zu optimieren. "Dieser Optimierungsprozess ist extrem aufwändig. Deswegen bin ich kein Freund davon, vor allem in der Saison Regeländerungen anzupreisen und durchzuziehen."

diese Formel 1 Nachricht