Wenn der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte Geburtstag feiert, gibt es keine große Party und teure Geschenke. Sebastian Vettel begnügte sich am vergangenen Sonntag mit einem freien Tag, um Freunde und Familie zu sehen.

An eins dachte er dabei garantiert nicht: seinen massiven Vorsprung in der Fahrer-WM. "Ich denke nicht an den Vorsprung in der WM", sagt Vettel. "Ich möchte ihn gar nicht kennen." Für ihn mache es zu diesem Zeitpunkt in der Saison keinen Unterschied, ob er mit einem oder einhundert Punkten vorne liege. "Jenson [Button] ist glaube ich Zweiter hinter mir, aber es ist jetzt nicht wichtig, die WM anzuführen - es zählt nur nach dem letzten Rennen, das haben wir im letzten Jahr gelernt."

Da übernahm Vettel nach dem Finale in Abu Dhabi die Führung und krönte sich damit zum Champion. Soweit denkt er momentan nicht voraus, für ihn zählt nur das erste Freie Training in Silverstone. "Sobald jemand über Punkte spricht, schalte ich ab. Was habe ich davon? Ich weiß, dass wir führen, das sagt ihr mir ständig, aber es ist noch ein langer Weg – schaut euch an, wie schnell es im letzten Jahr gegangen ist und was sich alles verändert hat." In der letzten Saison kannte er sich mit dem Punktestand übrigens besser aus: "Da war ich auf der Jagd!"

Die Vettel-Jagd möchten McLaren, Ferrari & Co ab Silverstone eröffnen. Helfen soll ihnen dabei das neue Unterboden- und Motorenreglement. Im Simulator konnte Vettel einen gewissen Unterschied zwischen angeblasenem und nicht angeblasenem Diffusor erkennen, einen Wert in Sekunden kann oder möchte er allerdings nicht benennen.

"Man weiß nicht, wo man steht – wir haben in etwa eine Ahnung, aber wir müssen das Ergebnis erst auf der Strecke bestätigen und vor allem sehen, wie viel die anderen verlieren." Schließlich betreffe die Regeländerung alle Teams, nicht nur Red Bull. "Wir verlieren nicht als einzige und sicher auch nicht mehrere Sekunden", so Vettel. Immerhin ging die Weiterentwicklung auch in den letzten Wochen weiter – mehr als einen freien Tag zum Geburtstag gönnte sich niemand.