Anfang 2010 machte sich Mercedes GP am Basislager in Brackley auf, um jene Spitze zu erklimmen, die das Team unter dem alten Namen Brawn GP schon einmal bestiegen hatte. Doch anderthalb Jahre danach stecken die Silbernen im Zwischenlager fest.
Mit dieser Analogie versucht Norbert Haug die aktuelle Situation des Teams zu beschreiben. "Fakt ist, dass es in diesem Geschäft drei Topteams gibt: Red Bull, Ferrari und McLaren." Mercedes habe sich seit letztem Jahr als vierte Kraft etabliert, wobei Renault gerne an dieser Position rüttelt. Der nächste Sprung auf Rang drei des Kräfteverhältnisses gestaltet sich jedoch schwierig.
"Von vier auf drei, zwei, eins ist ein langer und weiter Weg", betont Haug. Mit dem neu formierten Team, das die Vorgaben der Kostenreduzierung erfüllt, sei es nicht so einfach, die Etablierten zu überholen. Auch Red Bull habe eine gewisse Aufbauzeit dafür benötigt.
Dabei versucht sich Haug nicht auf die Teamgröße herauszureden. "Mit dem, was wir haben, müssten wir weiter sein", gesteht er kritisch. Die Fachkräfte rund um Ross Brawn seien jedoch gut, auch das Budget sei ausreichend. "Aber wenn wir Nacharbeiten leisten müssen, weil wir zum Beispiel Probleme mit der Kühlung hatten, dann belegt das Kapazitäten." Diese würden dann für die Weiterentwicklung fehlen.

Derzeit sei der Silberpfeil nur auf bestimmten Streckentypen schnell – das habe das Rennen in China gezeigt, wo Nico Rosberg sogar in Führung lag. "Jetzt benötigen wir ein breiteres Arbeitsfenster", fordert Haug. "Wie wir unser Auto einsetzen, ist Topniveau, aber unser Rüstzeug des Fahrzeugs muss noch ein gutes Stück besser werden."
Ähnliche Probleme plagen die anderen Red-Bull-Verfolger Ferrari und McLaren. Je nach Streckencharakteristik sind sie näher dran oder weit weg. "Die Aufgabe ist, dass du auf allen Strecken gut bist – das hat außer Red Bull keiner richtig hinbekommen", betont Haug. "Auf einer Strecke wie hier, wo man aus langsamen Ecken herausbeschleunigen muss, sind die Hinterreifen gefordert. Wir haben das Setup so hinbekommen, dass es einigermaßen konstant war, aber dann lässt du an anderen Punkten ein paar Federn." Das erschwert den weiteren Aufstieg in Richtung Spitze.



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