Nachdem sich der Druck auf Jaime Alguersuari in den vergangenen Wochen immer mehr aufgebaut hat und mehr und mehr Leute bereits Daniel Ricciardo statt ihm in Zukunft im Toro Rosso sitzen sahen, konnte der Spanier am Sonntag in Valencia sich wieder ein wenig Luft verschaffen. Von Startplatz 18 konnte er sich auf Position acht nach vorne fahren und damit zum zweiten Mal in Folge Punkte mitnehmen. "Ich bin sehr glücklich über dieses Ergebnis, vor allem nachdem ich mich nur als 18. qualifizieren konnte", sagte Alguersuari.
Belohnung für die Mechaniker
Wie er meinte, hatte es sich ausgezahlt, sich auf das Renn-Setup zu konzentrieren. Besonders dankbar war er seinen Mechanikern, die nach den technischen Problemen am Freitag ein zuverlässiges Auto hingestellt hatten. "Dieses Ergebnis ist also eine Belohnung, die ich ihnen gerne gebe. Auch wenn ich nach wie vor Probleme habe, im Qualifying das Beste aus den Reifen zu holen, so habe ich das Gefühl, dass ich viel besser verstehe, wie ich sie im Rennen einsetzen muss und das ist wohl am besten so, da es Punkte nur im Rennen gibt", meinte der Spanier.
Er habe eine konstante Pace gehen können und hatte nach seiner Ansicht zum ersten Mal in dieser Saison das Gefühl, dass das möglich war. "Abgesehen von guter Arbeit mit den Reifen haben die Updates, die das Team hergebracht hat, auch dazu beigetragen, dass es gut gelaufen ist. Das erklärt teilweise, warum die Pace wirklich gut war", sagte Alguersuari.
Buemi konnte Pace nicht halten
Nicht ganz so gut gelaufen war es für Sebastien Buemi, der als 13. ins Ziel kam. Dabei war er beim Start gut nach vorne gekommen und hatte zu Beginn auch eine ganz gute Pace. "Sobald meine Reifen aber abzubauen begannen, wurden meine Rundenzeiten langsamer und ich konnte nicht mehr an anderen Autos vorbeigehen. Jetzt, direkt nach dem Rennen, bin ich mir nicht sicher, warum ich nicht schnell genug war, da ich nach dem ersten Stint die Zeiten meines Teamkollegen einfach nicht mehr mitgehen konnte. Wir werden uns da die Daten ansehen müssen", erklärte der Schweizer.
Einen Grund für Alguersuaris gute Pace kannte Teamchef Franz Tost. Der regte ihn dazu an, für die Zukunft über radikale Maßnahmen nachzudenken. "Ich denke, wir sollten das Qualifying in Zukunft auslassen und einfach Reifen für das Rennen aufheben", scherzte er. Etwas ernsthafter meinte er, dass die Zweistopp-Strategie Alguersuaris genau die richtige Entscheidung war, obwohl der Spanier der einzige Fahrer in den Punkterängen war, der taktisch so vorging. "Jaime hat gezeigt, dass er ein gutes Rennen fahren kann, er hatte einen guten Start und fuhr von der Anfangsphase weg eine schnelle Pace. Besonders beeindruckend war, wie er in den letzten Runden seine Position verteidigt hat", meinte Tost.
Sauber etwas näher gekommen
Der Österreicher hielt zufrieden fest, dass Alguersuari damit zwei Wochen nach Kanada wieder eine gute Leistung gelungen war, was ihn zu der Feststellung veranlasste, dass die Leistungskurve des Spaniers nach oben zeigt und dadurch weitere gute Rennen von ihm zu erwarten sind. "Buemi war auf einer anderen Strategie mit drei Stopps. Leider konnte er aus seinen kurzen Stints nicht das Meiste herausholen, obwohl er zu Anfang ähnliche Zeiten wie Alguersuari fuhr. Was die WM betrifft, so hat das Team wieder gut gearbeitet, da wir vor unseren engsten Rivalen blieben, Force India und Sauber. Wir haben die Lücke zum schweizerischen Team leicht verkleinert."

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