Die Zeit des angeblasenen Diffusors neigt sich dem Ende entgegen. Bereits ab diesem Wochenende beim Europa GP dürfen die Teams zwischen dem Qualifying und dem Rennen keine Veränderungen mehr am Motor-Mapping vornehmen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass der Motor genutzt wird, um die Aerodynamik in der Qualifikation durch eine extreme Einstellung zu verbessern.

Die F1-Welt geht davon aus, dass vor allem Red Bull von diesen Maßnahmen getroffen wird. Scheinbar hatte der RB7 den größten Vorteil aus dem System gezogen. Die kurzfristige Einschränkung beim Qualifying hat Helmut Marko auf den Plan gerufen. "Diesmal scheint bei dem Verbot Eile geboten zu sein", so der RBR-Motorsportberater. "Ich denke, es geht dabei um die Dominanz von Red Bull."

Doch in Milton Keynes scheint man auf das Verbot - welches effektiv in Silverstone in Kraft tritt - vorbereitet zu sein. "Wir wären nicht Red Bull, wenn wir nicht schon ein paar Ideen hätten, wie man den Effekt des Verbotes mildern kann", verriet Marko. Inwiefern die Einschränkung die Rivalen betrifft, mutmaßte der Österreicher, dass auch McLaren ähnlich betroffen sein wird. "Sie haben unser System ziemlich gut kopiert", so Marko.

Bei Ferrari hingegen sollte sich der Schaden in Grenzen halten, denn laut Marko hätten die Italiener das System nie richtig unter Kontrolle bekommen. Auch Lotus Renault GP werde hart von der neuen Regel getroffen, vermutete der Motorsportberater. Renault hatte bei der Präsentation des R31 vor dem Saisonstart für Aufsehen gesorgt, als sie das Konzept des seitlichen Abgassystems einführten - allerdings mit einem anderen Ansatz als Red Bull.

Renaults Technikdirektor, James Allison, war sich unterdessen nicht sicher, inwieweit die Einschränkung den R31 betreffen wird. "Manche Teams werden mehr verlieren, manche weniger", so Allison. "Es ist schwierig, genau zu sagen, wie sehr wir darunter leiden werden."

Auch Nick Heidfeld ist nicht sicher, wie sich die FIA-Änderungen am kommenden Wochenende auswirken. "Ich bin sehr gespannt, wie sich die Situation unter den neu definierten Regularien entwickelt", so der 33-Jährige gegenüber dem Tageblatt. Weiter grübelte er, inwiefern Red Bull davon betroffen sein wird. Im Moment sei es hart, dass das Weltmeister-Team den größten Nutzen aus der Technologie ziehe.