Kinky Kylie trug Sebastian Vettel in dieser Saison schon zu vier Siegen und ebenso vielen Pole Positions. Doch ganz glücklich macht sie den amtierenden Champion nicht – denn mit dem kleinen, aber feinen Accessoire KERS kann sie nicht immer etwas anfangen. Dabei hätte Vettel den kleinen Helfer gerne immer voll funktionstüchtig dabei.

"Es ist nicht angenehm, wenn man per Funk Bescheid bekommt, dass KERS nicht mehr funktioniert", gesteht Vettel. Als Fahrer müsse er dann direkt reagieren, Parameter wie die Bremsbalance verstellen. "Sonst bremst du in der nächsten Ecke vielleicht nicht so gut, weil du es nicht rechtzeitig verstellt hast." Das sei weder angenehm noch helfe es dem eigenen Rhythmus.

Schwachstelle KERS

Nach fünf Rennwochenenden sieht die KERS-Bilanz von Red Bull recht ernüchternd aus: Mindestens bei einem Fahrer gab es immer Probleme. "Mittlerweile haben wir uns schon etwas daran gewöhnt, aber das kann nicht das Ziel der Sache sein", betont Vettel. "Wir wollen, dass es reibungslos funktioniert - von Anfang bis Ende des Rennens." Bislang war KERS ganz klar die einzige technische Schwachstelle des RB7.

Dabei gibt Vettel zu bedenken, dass KERS nicht auf jeder Strecke gleich viel bringe, aber doch auch in Monaco eine Hilfe sei. "Auch hier gibt es zwei Geraden, eine davon bergauf nach der ersten Kurve - da bringt es Zeit. Oder andersherum: es kostet Zeit, wenn man es nicht hat."

Qualifying bleibt entscheidend

Dennoch ist der Zeitvorteil durch KERS im Fürstentum sicher geringer als etwa in der Türkei oder Barcelona. Würde Vettel also freiwillig darauf verzichten, sollte es Probleme damit geben? "Ich hoffe nicht, dass wir in diese Situation kommen", sagt er. "Aber wenn wir arge Probleme damit hätten, es ständig an und ausschalten müssten, dann ist es gerade hier sicher sinnvoller, sich aufs Fahren zu konzentrieren, um in den Rhythmus zu finden."

Ganz besonders auf der Qualifying-Runde, die in Monaco auch in Zeiten von schnell abbauenden Pirelli-Reifen sehr wichtig ist. "Überholen ist hier nicht gerade einfach", sagt Vettel. "Je besser man im Qualifying ist, desto besser stehen deine Chancen am Sonntag." Eine Vorhersage zu den Reifen wagt der Red-Bull-Pilot noch nicht. Die Anzahl der Stopp sei noch schwer einzuschätzen.

Angst vor den Marbles abseits der Ideallinie hat Vettel nicht - jedenfalls nicht mehr als früher. "Hier musste man schon immer fehlerfrei und auf der Linie fahren", erinnert er. "Schon früher war es daneben dreckig, dann schlug man eben etwas langsamer in die Mauer ein." Darauf würde Kinky Kylie sicher gerne verzichten - vielleicht kann sie sich im Gegenzug dafür auch mit KERS anfreunden.