"Ich liebe Monaco. Ich erinnere mich daran, dieses Rennen bereits als Kind immer geschaut zu haben und es ist wirklich der Vorzeige-Ort für die Formel 1: Vollgas rund um den härtesten und großartigsten Kurs der Welt", freute sich Lewis Hamilton vor dem Auftritt im Fürstentum ganz besonders. "Nach der guten Leistung in Spanien bin ich dieses Jahr wirklich auf Monaco gespannt. Ich denke wir sehen dort ein ganz anderes Rennen, als noch in den letzten Jahren", so der Brite.

"Die Kombination von DRS, KERS und den Reifen wird das Rennfahren beleben und ich würde dort gerne einige Überholvorgänge und harte Manöver sehen", sagte der McLaren-Pilot. "Ich denke die DRS-Zone wird nur ungefähr 300 Meter lang sein, das ist also ziemlich kurz und eigentlich nicht lang genug, um wirklich am Vordermann vorbei zu kommen. Die Aerodynamik wird also erst wirklich dann gut funktionieren, wenn wir den Bremspunkt für St. Devote erreichen", so Hamilton, der daher noch nicht so recht an viele DRS-Manöver auf dem engen Straßenkurs glauben wollte.

Sieg war Erfüllung eines Lebenstraums

Spannungsfördernd sollten aber die Reifen aus dem Hause Pirelli werden. "Die werden die besten Überholmöglichkeiten bieten. Auch wenn ich nicht denke, dass die extrem weiche und weiche Mischung in Monaco so kritisch sein wird, wie beispielsweise in der Türkei, glaube ich, dass der Verschleiß das Überholen ermöglichen wird", sagte der Brite und fügte an: "Ich freue mich wirklich darauf." Bereits im Jahr 2008 konnte Hamilton das Rennen gewinnen, obwohl er nach einem Fehler in Tabac einen Reifenschaden erlitt. Nur ein Jahr später gewann sein Teamkollege Jenson Button im Fürstentum. McLaren ist mit zwei Monte-Carlo-Siegfahrern also bestens für den Stadt-Grand-Prix gerüstet.

2008 siegte Lewis Hamilton trotz einiger Probleme in Monte Carlo - für ihn ist es das Vorzeige-Rennen der Formel 1, Foto: Sutton
2008 siegte Lewis Hamilton trotz einiger Probleme in Monte Carlo - für ihn ist es das Vorzeige-Rennen der Formel 1, Foto: Sutton

"Monaco ist das glamouröseste Rennen des Jahres und das mit der meisten Geschichte. Hier zu gewinnen war die Erfüllung eines Lebenstraums und der Triumph bleibt einer meiner Lieblingssiege", erklärte Button in Erinnerung an seine Fahrt auf dem Weg zum WM-Titel 2009. "Im Vergleich zu Barcelona ist das schon immer ein Kulturschock, denn die Strecke ist schnell, offen und fließend. Ein paar Tage später in Monaco kommt man dann auf dem langsamsten, engsten und härtesten Kurs des Jahres an", erklärte der Engländer.

"Auf der ersten Runde aus den Boxen heraus, fühlt sich die Beschleunigung einfach unglaublich an und die Mauern wirken viel zu nah!", beschrieb der McLaren-Pilot die Faszination Monte Carlo. "Man steigert sich dann aber kontinuierlich - mehr noch, als auf anderen Strecken - und findet so relativ schnell seinen Rhythmus. Trotzdem ist es aber ein sehr intensives und fast unwirkliches Gefühl", sagte der Brite. Angesprochen auf die vielen technischen Neuerungen in der Königsklasse und deren Auswirkungen auf das Stadtrennen, wollte Button noch nicht zu viel prognostizieren.

Unvergessen: Jenson Buttons Jubellauf nach der Zieldurchfahrt in Monaco - er hatte seinen Brawn vor lauter Aufregung in der Box und nicht vor der Fürstenloge geparkt, Foto: Sutton
Unvergessen: Jenson Buttons Jubellauf nach der Zieldurchfahrt in Monaco - er hatte seinen Brawn vor lauter Aufregung in der Box und nicht vor der Fürstenloge geparkt, Foto: Sutton

"Es gab einige Meinungen, dass das KERS in Bezug auf die Rundenzeit in Monaco gar nicht besonders hilfreich wäre, da man den kompletten Vorteil auf den Geraden gar nicht ausnützen könne", so Button. "Unsere Simulationen zeigen aber, dass es in Monaco genauso viel Mehrwert bringt, wie auch fast überall anderswo. Das ist somit ein weiterer positiver Aspekt für uns, denn ich denke die KERS-Einheit von Mercedes ist das beste System in der Formel 1", sagte der Dritte von Barcelona.

McLaren will den Monaco-Rekord ausbauen

Für McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh ist aber vor allem seine starke Fahrerpaarung ein Grund der Zuversicht für das Rennen in den Häuserschluchten am Mittelmeer. "Beide unsere Fahrer haben hier schon gewonnen und McLaren hält auf den Straßen im Fürstentum einen beneidenswerten Rekord: Wir haben das Rennen bereits 15 mal gewonnen - mehr als jedes andere Team. Nächste Wochen peilen wir den 16. Triumph an!", versprach der Engländer. "Wir hoffen wirklich, dass wir beim Vorzeige-Event der Formel 1 auch ein Vorzeige-Rennen abliefern werden", so Whitmarsh zuversichtlich.

"Unsere Geschwindigkeit im Rennen in Barcelona, besonders im letzten Sektor, sah in der Tat sehr respektabel aus. Hoffentlich ist das bereits ein guter erster Hinweis auf das, was uns dann in Monaco erwartet - denn das war der langsame Stop-and-go-Teil der Strecke", meinte der McLaren-Mann. "Ich denke, eine der Stärken des MP4-26 ist der Grip bei niedrigen Geschwindigkeiten und die Traktion. Wir sollten also von Beginn an in einer guten Verfassung sein", hoffte Whitmarsh.